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Divertimento - Geistreiche Zerstreuung Opera-Swing-Quartett begeistert in der Festhalle

Divertimento - Geistreiche Zerstreuung Opera-Swing-Quartett begeistert in der Festhalle

Zweibrücken. Meister der Stilmixtur ist Wolfgang Heinzel am Flügel, virtuose Kabinettstückchen liefern am Bass Peter Cerny, mit der Klarinette Wolfgang Weth und am Schlagzeug Rainer Engelhardt. Gershwin hätte bestimmt sein "It's wonderful" gern dem Quartett gewidmet und "I got Rhythm" dazu

Zweibrücken. Meister der Stilmixtur ist Wolfgang Heinzel am Flügel, virtuose Kabinettstückchen liefern am Bass Peter Cerny, mit der Klarinette Wolfgang Weth und am Schlagzeug Rainer Engelhardt. Gershwin hätte bestimmt sein "It's wonderful" gern dem Quartett gewidmet und "I got Rhythm" dazu.

Mozarthuldigung also auf höchstem Niveau, aber eben nicht puristisch, sondern jazzig verfremdet und somit in unsere Welt versetzt, U- und E-Musik von beiden Seiten angenähert und durchdrungen. Kein Grund für irgend jemand, die Nase zu rümpfen, jeder kann daran seine Freude haben. Volksmusik verharrt aber sicher in ihrer selbst gewählten Exklave.

Bei Mozarts "Entführung aus dem Serail", beim türkischen Marsch, geht's quer und zackig durch die Welt der Märsche, irdische und einfach himmlische, und während das Drummerbreak uns weit in wilde Fantasien entführt, die drei anderen Musiker haben die Bühne verlassen, kommt der Klarinettist mal kurz vorübergegangen in türkischer Bemützung. Verhaltene Mätzchen zwischendurch.

Die Ouvertüre zum "Figaro" in hohem Tempo, die kapriziöse angerichtete "Kleine Nachtmusik" als Paella de Musica, sie darf einem durchaus etwas spanisch vorkommen, vor allem, wenn de Falla durchscheint, neben Bachs Präludium Nr. 1 und anderen Göttern. Reich mir die Hände nicht nur bei Mozart, eben auch zwischen den Stilen.

Ein richtig schönes Motiv für das neue Jahr! Dazu vielleicht das On magic Bass Tour, eine Rhapsodie phantastique über die verzaubernde Zauberflöte. Die Spatzen pfeifen die Zauberflöte bald von allen Dächern, aber nicht so wie hier im Wintergarten der Festhalle. Da macht sie ja tatsächlich wieder frischen Spaß! Kurzum: Das war gestern rundum ein wunderbarer Abend mit Musikern, die die Klassik einmal auf die leichtere, deshalb aber nicht minder kunstreiche Schulter zu nehmen verstanden.