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Dietrichingen verpachtet Gemeindewald an Forstfirma Schmitz

Ortsgemeinderat Dietrichingen : Wald wird künftig aus der Eifel bewirtschaftet

Dietrichingen hat seine 70 Hektar Forst an die Firma Schmitz aus Ormont verpachtet.

Bei der Bewirtschaftung des Gemeindewaldes von Dietrichingen, es sind runde 70 Hektar, haben nunmehr  die Förster der Forstfirma Schmitz aus Ormont/Eifel das Sagen. Mit der Waldverpachtung folgt die Ortsgemeinde dem Beispiel der Nachbargemeinden Großsteinhausen und der Stadt Hornbach. Bei einem Informationsabend letzter Woche im Dorfgemeinschaftshaus sind die Bürger umfassend darüber unterrichtet worden, wie sich der verantwortliche Förster Uli Osterholz die künftige Waldbewirtschaftung in Dietrichingen vorstellt.

Sicher ist, schon jetzt hat die Ortsgemeinde Dietrichingen einen fiskalischen Vorteil. Jedes Jahr steht der vereinbarte Pachterlös als feste Einnahmegröße fest. Derweil in der Vergangenheit mit den Einnahmen aus dem jährlichen Holzeinschlag beispielsweise die Fixkosten für die Beförsterung oder die Verkehrssicherungsmaßnahmen zu decken gewesen sind, ist das nun nicht mehr der Fall. Ortsbürgermeisterin Ulrike Vogelgesang: „Das sind alles Kosten, für die künftig unser Vertragspartner aufzukommen hat!“

Die Ortsbürgermeisterin erinnert im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur daran, dass bereits die Amtsvorgängerin zusammen mit dem Rat Überlegungen zu einer Waldverpachtung angestellt hatte. „Die Vergrößerung der Forstbereiche, die ein Förster des zuständigen Forstamtes Westrich zu betreuen hat, gab für uns in Dietrichingen nunmehr den Ausschlag dazu, die Verpachtung des Gemeindewaldes zu forcieren. Ich möchte auch betonen, dass wir mit den zuständigen Förstern und dem Leiter des Forstamtes Westrich, Theodor Ringeisen, überhaupt keine Probleme hatten. Im Gegenteil, das war alles in Ordnung. Doch denen sind ja Hände und Füße gebunden, was die Vergrößerung der Zuständigkeitsbereiche angeht. Das kommt ja von oben, wird vom Land einfach verordnet. Dann schreiben die noch in die Mitteilung, dass das Land keine zusätzlichen Mitarbeiter, Förster, einstellt. Die sitzen mehr Zeit im Auto um in die Walddistrikte von Ort A nach B zu kommen, als sie sich um den Wald kümmern können. Klage kommen ja auch von anderen Orte hier aus der Hackmesserseite,. Nur wir haben jetzt die Konsequenz aus dieser Entwicklung gezogen, die allein das Land zu verantworten hat und nicht die Forstämter vor Ort“ stellt die Ortsbürgermeisterin Vogelgesang fest.

Die verpachtete Waldfläche von erwähnten rund 70 Hektar bezeichnete fällt bei Förster Osterheld, aus der Eifel größere Waldgebiet gewöhnt, noch in die Rubrik klein. Der Ortsgemeinderat bleibt weiterhin bei der Waldbewirtschaftung direkt ins Geschehen eingebunden. Doch nicht mehr wie bisher alljährlich, sondern für drei jahre jeweils, wird der Rat über einen Forstwirtschaftsplan entscheiden, der auch die einzuschlagenden Holzmengen vorsieht. Unlängst so geschehen im Stadtrat Hornbach (wir berichteten). Der dreijährige Plan habe für beide Seiten Vorteile, erläuterte Osterheld bei der Infoveranstaltung und bescheinigte dem Gemeindewald eine allgemein gute Baumstruktur. Risiken seien jedenfalls mit dem Bestand nicht verknüpft, von der allgemeinen Pflicht zur Verkehrssicherung abgesehen.

Ein Thema ist Ortsbürgermeisterin Ulrike Vogelgesang und Förster Uli Osterheld vor allem wichtig gewesen, die Brennholzabgabe an die Bürger des Ortes. „Das wird wie bisher gewohnt möglich sein. Es gibt Polderholz am Wegrand. Jedes Polder hat eine Nummer, die muss angegeben werden, dann kommt die Rechnung, die wird bezahlt und dafür gibt es dann einen Abfuhrschein. Auf jeden Fall gibt es weiterhin für die Bürger Brennholz aus dem Gemeindewald, sozusagen direkt vor der Haustür.“