Die Schuldenlast wächst weiter

Pirmasens. "Es geht um die Finanzierbarkeit", erklärte Landrat Hans Jörg Duppré gestern in seiner Haushaltsrede, und meinte damit die Herausforderung, bei zurückgehender Bevölkerung im Landkreis das hohe Niveau an Leistung und Infrastruktur aufrecht erhalten zu können: "Die Kosten unseres hohen Standards verteilen sich auf immer weniger Köpfe

Pirmasens. "Es geht um die Finanzierbarkeit", erklärte Landrat Hans Jörg Duppré gestern in seiner Haushaltsrede, und meinte damit die Herausforderung, bei zurückgehender Bevölkerung im Landkreis das hohe Niveau an Leistung und Infrastruktur aufrecht erhalten zu können: "Die Kosten unseres hohen Standards verteilen sich auf immer weniger Köpfe."Beispielhaft für diese Herausforderung ist für den Landrat der Schulsektor, denn ihn gelte es trotz aller finanziellen Zwänge für die Zukunft zu rüsten. Dass die Übernahme aller weiterführender Schulen durch den Landkreis einmütig gelungen ist, stimme ihn froh, bekannte Duppré, aber sie habe auch Konsequenzen für die Kreisfinanzen. Nachdem die Geburten im Landkreis in den vergangenen Jahren um zwei Drittel gesunken sind, müsse sich bei allen Entscheidung daran orientiert werden, wie viele Schüler noch im Landkreis vorhanden sind: "Und diese Entwicklung wird auch dazu führen, dass wir Standortentscheidungen zu treffen haben, die nicht überall auf Zustimmung stoßen werden."

Bekräftigt hat der Landrat die Investitionen im neuen Jahr, die sich auf 15,82 Millionen Euro summieren. Sie seien zwar eine enorme finanzielle Belastung, aber auch unverzichtbar für die Zukunftssicherung des Landkreises. Für ihn gehört dazu unter anderem auch das Engagement auf dem Zweibrücker Flugplatz. In diesem Zusammenhang sprach der Landrat auch die aktuelle Diskussion um das Gewerbegebiet Truppacher Höhe und die mögliche Ansiedlung von Fachmärkten indirekt an, indem er auf den immer härter werdenden Standortwettbewerb der Regionen aufmerksam machte, für den sich die Südwestpfalz richten müsse. Den Landkreis zukunftsfähig machen, das heißt für Duppré aber auch, Aktionen wie "Bündnis für Klimaschutz", "Lokales Bündnis für Familien" und "Unser Dorf hat Zukunft" weiter zu betreiben. Er verteidigte die Haushaltssperre von rund zwei Millionen Euro, die sorgfältigen Umgang mit dem Geld der Bürger symbolisieren soll. Jede Maßnahme werde darauf geprüft, ob sie notwendig und vertretbar ist. Der Kreishaushalt 2011 hat im Ergebnishaushalt einen Fehlbedarf von 8,5 Millionen Euro bei Aufwendungen von 125,2 Millionen Euro, im Finanzhaushalt klafft ein Loch von 4,5 Millionen Euro bei Auszahlungen von 116,5 Millionen Euro. Investiert werden 15,82 Millionen Euro, 9,95 Millionen Euro an Kreditaufnahmen sind vorgesehen.

Die Kreisumlage, die von den Orts- und Verbandsgemeinden zu entrichten ist, bleibt mit 42 Prozent stabil. "Es geht um die Finanzier-

barkeit."

Hans Jörg Duppré