"Die Kerb is do zum Feire"

Rimschweiler. "Die Kerb is do zum Feire, des sinn kenn leere Sprich, do gebbsche doppelt Gas, wenn du e eschder Straußbu bisch" sangen Christina und Kerstin Fischer nach der Melodie von "These Boots a made für walking" gestern bei der Kerberedd vom Dach der Rimschweiler Turnhalle. Und die rund 500 Zuhörer wippten begeistert mit

Rimschweiler. "Die Kerb is do zum Feire, des sinn kenn leere Sprich, do gebbsche doppelt Gas, wenn du e eschder Straußbu bisch" sangen Christina und Kerstin Fischer nach der Melodie von "These Boots a made für walking" gestern bei der Kerberedd vom Dach der Rimschweiler Turnhalle. Und die rund 500 Zuhörer wippten begeistert mit. Dabei hatten die über 30 Rimschweiler Straußmädchen und -buben diesmal eine besondere Mission: Sie wollen die Kerb vor dem Aussterben retten. Unterstützt wurden sie bereits am Samstag beim Fackelumzug von rund 3000 Zuschauern am Straßenrand und am Sonntag beim Straußumzug und der Kerberede. "Hasch du gesiehn, was do e Haufe Leit komm sinn uff die Kundgebung?", fragte eine der beiden Fischer-Schwestern. "Eijo, ich hab doch glei gesaat, dass de Menschheet was an de Rimschwiller Kerb leit", antwortete die andere. Sogar aus England, genauer aus Goole, waren elf "Kerbe-Retter" angereist, wie Cliff Punter mit den Fischer-Schwestern und John Lennon sagte: "All we are saying, is give Kerb a chance!" Die Engländer fielen bereits seit Freitag in Rimschweiler als die Flintstones, Dick & Doof oder Scoopy Doo der Hund auf. Seit über 20 Jahren kommen Engländer nach Rimschweiler, um mit den Pfälzern Kerb zu feiern. Dazu gehört für die Straußbuben und -mädchen mit der Kapp nach dem Ansingen am Freitag um Mitternacht, der Fackelumzug und der Kerbetanz am Samstag die Kerberede am Sonntag. Dabei berichteten Christina und Kerstin Fischer über die Rimschweiler Feuerwehr, die auch "nom sechzehnte" Fehlalarm bei einem Betrieb am Flughafen-Gelände, trotz zu kleinen Feuerwehrhauses weiter "muddisch rette, lesche, berge, schitze" bereit stehe.Auch die Probleme eines Rimschweilers mit der Bauverwaltung, ein Aufeinandertreffen eines Cowboys mit einem Züchter, eines Radlers mit Hilfsmotor oder eines Mannes, der den "Kerschebaam-Blues" bekommt, wurden vorgetragen oder gesungen. Die Zuhörer klatschten nicht nur zum Schluss: Schon während der Rede gab es spontan Beifall.Beim Fackelumzug am Samstag waren vor allem viele junge Menschen unter den rund 3000 Zuschauern. Die Jugendlichen wollten sich einfach nur an einem Ort mit vielen anderen Gleichaltrigen treffen und Spaß zu haben. Denn zum Kerbetanz in der Turnhalle hatten Kurzentschlossene keine Chance - schon seit über einer Woche waren alle Eintrittskarten verkauft.Beim Fackelumzug waren die Rimschweiler Jugendfußballer, die Tänzer des TuS und der Billard-Club zu Fuß dabei. Mit einem Wagen folgen die Straußbuben aus Rimschweiler, Hengstbach, Mauschbach und Hornbach, Jenny's Jünger, der Obst- und Gartenbauverein, Space Light und Getränke-Fehrentz sowie mit einem überdimensionalen Bierkasten die Altstraußbuben der Guggemusik. "All we are saying, is give Kerb a chance!"Christina Fischer, Straußbubenmodder