1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

"Die jungen Leute, die waren mein Leben"

"Die jungen Leute, die waren mein Leben"

Zweibrücken. Es fällt ihm nicht leicht, Lebewohl zu sagen. Verträumt blickt Karlheinz Linz in die Ferne. Da freut man sich auf den Ruhestand - und wenn es soweit ist, "dann kommt schon ein wenig Wehmut auf", sinniert er

Zweibrücken. Es fällt ihm nicht leicht, Lebewohl zu sagen. Verträumt blickt Karlheinz Linz in die Ferne. Da freut man sich auf den Ruhestand - und wenn es soweit ist, "dann kommt schon ein wenig Wehmut auf", sinniert er. 29 Jahre lang stand er in Diensten des Zweibrücker Landmaschinen-Herstellers - die letzten 18 Jahre davon als Ausbildungsleiter und Manager des Job-Shops, der für die Herstellung von Betriebsmitteln und Ersatzteilen zuständig ist. Kurzum: 18 Jahre lang widmete sich Linz tagein, tagaus dem beruflichen Nachwuchs des Unternehmens. Das prägt natürlich. "Die jungen Leute, die waren mein Leben", blickt der gelernte Wirtschaftsingenieur, der ab morgen "die passive Phase der Altersteilzeit beginnt", wie sein neuer Lebensabschnitt offiziell heißt, denn auch zurück. Insgesamt 275 Auszubildende beziehungsweise Studenten betreute Linz in dieser Zeit. Was ihn besonders stolz macht: "25 Auszubildende haben, aufgrund ihrer Abschlussprüfung, die mit der Note ,sehr gut' in Theorie und Praxis bewertet wurde, eine Auszeichnung erhalten". Sechs davon wurden von der IHK Pfalz ausgezeichnet, 19 von John Deere, erklärt Linz mit Blick in seine Akten. Aber nicht nur um Bestnoten ging es dem Ausbildungsleiter. Es war ihm auch ein Anliegen, all denen Mädchen und Jungen, die sich in Theorie oder Praxis etwas schwerer taten, unter die Arme zu greifen. Die Zeiten werden für die Azubis nicht einfacher, weiß Linz. "Die zunehmende Globalisierung und der Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft" würden gerade an den Führungsnachwuchs immer höhere Anforderungen stellen. Linz sagt, dass es ihm immer ein Anliegen war, die jungen Menschen darauf vorzubereiten, diese Anforderungen meistern zu können. Nun gilt es für Linz, seinen neuen Lebensabschnitt zu meistern. Er weiß auch schon wie: "Mit Kochen!", nennt er seine Leidenschaft. Herzhaft-bodenständig, so sieht sie aus, die Leibspeise des Niederwürzbachers. Es darf aber auch gerne etwas italienisches auf den Tisch kommen. Bei so viel zu erwartenden Schlemmereien macht sich sein zweites Hobby sehr gut: das Wandern.

Zur PersonKarlheinz Linz ist Wirtschaftsingenieur. 1979 Eintritt bei John Deere. Ab 1990 Ausbildungsleiter, seit 1999 zusätzlich Manager des Job-Shops. In Linz' Fußstapfen tritt ab 1. Oktober Gunter Maier. eck