Die härteste Zeit ist vorbei

Zweibrücken/Sulzbach. "Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen." Mit diesen Worten haben sich kürzlich 96 Rekruten der Saarlandbrigade beim feierlichen Gelöbnis in Sulzbach zu ihren Pflichten bekannt

Zweibrücken/Sulzbach. "Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen." Mit diesen Worten haben sich kürzlich 96 Rekruten der Saarlandbrigade beim feierlichen Gelöbnis in Sulzbach zu ihren Pflichten bekannt. Mit dabei waren auch 56 "Kurzdiener", die sich nach Aussetzung der Wehrpflicht freiwillig für den Grundwehrdienst verpflichtet haben. Einige von Ihnen begleitet der Pfälzische Merkur in einer kleinen Serie durch ihre Dienstzeit.Für Kevin Claas und Kevin Hector endete mit dem Gelöbnis praktisch der härteste Teil ihrer Dienstzeit. Auch wenn die Grundausbildung offiziell noch bis zum 30. Juni geht, bietet das Gelöbnis die Gelegenheit, ein wenig Bilanz zu ziehen: "Ich bin froh, dass es vorbei ist. Aber ich bin auch froh, dass ich es gemacht habe. Ich habe viel an Lebenserfahrung dazu gewonnen." Oft sei es hart gewesen, vor allem die Märsche haben Hector schwer zu schaffen gemacht: "Beim 20-Kilometer-Marsch haben sich die letzten Meter gezogen wie Kaugummi."

Kevin Claas dagegen hat die Grundausbildung als gar nicht so hart empfunden: "Am Anfang war es schlimm, als ich die Kraft noch nicht hatte." Inzwischen genieße er es geradezu, täglich Sport zu treiben. "Selbst an den Wochenenden gehe ich inzwischen Laufen", sagt Claas schmunzelnd. Sein Fitness-Zustand habe sich dramatisch verbessert.

Das feierlich Gelöbnis haben beide als etwas besonderes empfunden: "Es war schon ein sehr erhebender Moment", sagt Claas. Seinem Stubenkameraden Hector wurde eine ganz besondere Ehre zuteil: Er gehörte zu den sechs Soldaten, die direkt an der Truppenfahne ihr Gelöbnis abgaben. Wie es nach der Grundausbildung konkret mit den beiden weitergeht, steht noch nicht hundertprozentig fest. Claas weiß lediglich, dass er am Standort Zweibrücken bleiben wird, Hector wird nach Saarlouis versetzt.

Beide spielen intensiv mit dem Gedanken, sich als Zeitsoldaten zu verpflichten. "Ich kann mir irgendwie schon gar nicht mehr vorstellen, einen zivilen Beruf zu ergreifen", sagt Hector. Wie Claas will er sich für vier Jahre verpflichten. Dass es dann auch ins Ausland, zum Beispiel nach Afghanistan, gehen kann, ist beiden durchaus bewusst. "Diese Erfahrung würde ich gerne mitnehmen", sagt Claas. gda