Die Frau nicht nur für Wanderwege

Lea Schurr ist in Thaleischweiler-Wallhalben für den Tourismus zuständig

Südwestpfalz Seit August 2016 ist Lea Schurr als Tourismussachbearbeiterin bei der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben tätig. Mit den Mühlentagen im Mai und dem Grumbeeremarkt im September stehen dieses Jahr nun gleich zwei Großveranstaltungen an, die sie mitorganisiert.

Lea Schurr sitzt in ihrem Büro in Wallhalben. Broschüren stapeln sich, Infoflyer über die Region gibt es in Hülle und Fülle, draußen scheint die Sonne. Die 25-Jährige arbeitet gerade am Grumbeeremarkt. "Das nimmt momentan etwa zwei Drittel meiner Arbeitszeit ein", sagt sie. Denn jetzt geht es um die Standvergabe. "Es gibt so viele Kleinigkeiten, die man da erledigen muss. Ich hab den Markt ja noch nie mitorganisiert. Alles, was ich an Aufgaben schon kenne, schaffe ich jetzt weg. Denn ich bin mir sicher, dass da auch noch einiges auftauchen wird, mit dem ich vielleicht gar nicht rechne", sagt sie. Von den Kollegen, die den Markt schon mehrfach erlebt und mitorganisiert haben, bekommt sie Unterstützung, ein bisschen Aufregung mischt sich trotzdem in die Vorfreude auf ihren ersten Grumbeeremarkt.

Der Markt ist nur das Paradebeispiel für ihre Arbeit. Sie selbst beschreibt das so: "Ich bin das Verbindungsglied zwischen Anbietern von touristischen Angeboten, der Verbandsgemeinde und höheren Stellen, etwa der Kreisverwaltung oder der Pfalztouristik." Auch wenn ihre Position etwas technokratisch daher kommt, die "Tourismussachbearbeiterin" ist viel mehr eine Managerin, die viel unterwegs ist und spannende Projekte begleitet. Da muss Lea Schurr auch mal die Wanderstiefel schnüren und raus auf einen der vielen Wanderwege der Verbandsgemeinde. "Jetzt, wo es Frühling wird, muss da natürlich auch immer mal wieder was gemacht werden. Deshalb laufen wir die Wege ab", so Schurr.

Bisher ist sie damit beschäftigt, alles einmal kennen zu lernen. "Wenn ich einmal alles mitorganisiert habe und alle Veranstaltungen kenne, dann möchte ich da auch meine eigene Handschrift einbringen. Aber dazu muss ich erst sehen, wie das bisher gemacht wurde", erklärt sie ihren selbst gesteckten Zeitplan. Zwar seien in der Verbandsgemeinde 2016 schon mehr Übernachtungen gewesen als 2015, zwölf Prozent sogar, "aber das liegt bestimmt nicht daran, dass ich im August gekommen bin", sagt sie und lacht.

Das größte touristische Potenzial steckt ihrer Meinung nach im Mühlental. "Das ist auf Pfalzebene absolut einzigartig. Es gibt keine andere Destination mit so einer hohen Mühlendichte", berichtet sie. Das Tal sei dementsprechend in seiner touristischen Entwicklung auch schon am weitesten. "Tourismus hat was mit Lebensqualität zu tun. Nicht nur für Gäste, sondern gerade auch für die Einheimischen", erklärt Schurr. Die Wander- und Radwege etwa würden ja größtenteils von den Menschen der Region genutzt. Ähnlich sei es mit der Gastronomie. "Aber wir wollen erreichen, dass die Verbandsgemeinde als Ziel bekannt wird, wo man ein paar Tage verbringen und etwas unternehmen kann", so Schurr. Das Konzept ziele eher auf Kurzurlaube und verlängerte Wochenenden ab. Die größte Herausforderung für sie sei, dass die fusionierte Verbandsgemeinde aus 20 Einzelgemeinden besteht. "Das ist eine große Verbandsgemeinde und nicht alle Orte liegen im Mühlental. Allen gerecht zu werden ist dabei die große Herausforderung", so Schurr. Daher schreibt sie an einem umfassenden Konzept. "Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich durch den Grumbeeremarkt und die vielen anderen Aufgaben momentan nicht so richtig an dem Konzept vorankomme. Das Tagesgeschäft geht jetzt erst einmal vor."