Der Wind hat sich gedreht

Noch ist der Windpark zwischen Käshofen und Großbundenbach nur in den Köpfen von Grundstückseigentümern und möglichen Investoren. Dennoch sorgt die Thematik für Wirbel.

In der Vergangenheit sorgten Überlegungen, den Höhenrücken zwischen Käshofen und Großbundenbach für die Windkraft zu nutzen für erhebliche Unstimmigkeiten. Das war vor gut zehn Jahren, und trotz der Ausweisung eines solchen Nutzungsbereiches im regionalen Raumordnungsplan war ein Windpark zwischen den beiden Gemeinden mehr oder weniger tabu - bisher. Die Ausgangssituation für die Windkraftnutzung hat sich grundlegend geändert. Weg von der Atomkraft, grüner Strom für die Haushalte ist inzwischen die Losung.

Sechs Windräder , nicht ganz so viele wie in den Orten der Nachbarschaft, Rosenkopf und Martinshöhe, könnten abseits von Käshofen und oberhalb von Großbundenbach errichtet werden. Ein möglicher Investor zeigt bereits Interesse am Windpark. Die Abo-Wind-AG mit Sitz in Wiesbaden, seit 2003 auch Betreiberin des Windparks bei Krähenberg, hat Interesse signalisiert. Erste Gespräche haben auch schon im kleinen Kreis stattgefunden. Das Interesse der Dorfbewohner ist riesig: Schattenwurf, Schallemissionen, Kostenübernahme bei einem eventuellen Rückbau. In Käshofen kamen die gleichen Fragen wie damals - nur viel sachlicher und ohne persönliche Anfeindungen. Ortsbürgermeister Karl Hoffmann erklärte zudem für seine eigene Person, dass sein Interesse am Errichten eines Windrades groß ist, weil eigene Fläche im Ausweisungsgebiet liegt. Daneben zeigte Hoffmann auf, welche finanziellen Vorteile der Ort von einem Windpark haben kann.

In Großbundenbach hat der Rat mehrheitlich die Weichen gestellt. Ein Grundsatzbeschluss pro Windkraftnutzung wurde gefasst. Gegner von Windrädern erinnerten an die Folgen von Infraschall und Verschandelung der Landschaft. Auf die Hinterbeine stellen sich die Ratsmitglieder aus dem Nachbarort Kleinbundenbach mit Ortsbürgermeister Karl Bißbort an der Spitze, der in der jüngsten Ratssitzung meinte: "Es kann nicht sein, das eine Nachbargemeinde wie wir, nur mit den Nachteilen leben muss. Wir haben vielleicht Schattenwurf, Lärmbeeinträchtigung bei Westwind und müssten das alles ohne Ausgleich hinnehmen. So einfach geht das nicht." Als legitim sehen es die Ratsmitglieder an, dass jede Gemeinde eine Windkraftnutzung für sich prüft, weil damit finanzielle Vorteile verbunden seien. Doch dass eine Nachbargemeinde dann nur die Nachteile haben soll, das wollen sie auf keinen Fall hinnehmen. Mit den Ratsbeschlüssen in Käshofen und Großbundenbach wird ein erster Schritt getan. Die Änderung des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land wäre der nächste Rechtsschritt dazu, um eine Rechtsgrundlage für das Schaffen eines Windparks mit sechs Windrädern zu schaffen.