Der Sinnesgarten blüht und gedeiht

Zweibrücken. "Es ist einfach nur ein gigantischer Erfolg!" So euphorisch klingt Raphaël Baumann (Foto: pm), der Leiter des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses, wenn man ihn auf den vor einem Jahr eingeweihten Sinnesgarten in dem Zweibrücker Seniorenheim anspricht

Zweibrücken. "Es ist einfach nur ein gigantischer Erfolg!" So euphorisch klingt Raphaël Baumann (Foto: pm), der Leiter des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses, wenn man ihn auf den vor einem Jahr eingeweihten Sinnesgarten in dem Zweibrücker Seniorenheim anspricht. Ziel des inzwischen rund 800 Quadratmeter großen Gartens war es, einen Ort zu schaffen, an dem Heimbewohner, deren Angehörige aber auch Besucher sich gerne aufhalten, unterhalten, die Natur erforschen. Hören, riechen, schmecken, tasten, sehen - das alles sollte ermöglicht, der Garten zum Treffpunkt für Generationen werden."Das Konzept ist total aufgegangen", freut sich Baumann, "wir sitzen dort oft zusammen und trinken Kaffee".

Seit Oktober gibt es einen Brunnen, in dem Wasser über drei Etagen fließt. Dazu entdecken die Besucher Johannisbeeren oder Trauben, Duftrosen, eine Voliere unter anderem mit Wellensittichen, eine Wasserspringschale oder Hochbeete zum Gärtnern.

Ganz neu sei ein Bouleplatz. "Und weil für die therapeutische Betreuung von Menschen mit Demenz Tiere ganz wichtig sind, haben wir inzwischen auch ein kleines Gehege mit drei Zwerghühnern. Der Geflügelzuchtverein hat sie gespendet", erklärt Baumann. Die Hühner, für die Heimbewohner eine Ergänzung zu den Vögeln in der Voliere oder dem Therapiehund, leben in einem 20-Quadratmeter-Gehege und haben ein eigenes Schlafhaus. "Wir können beobachten, wenn gerade Heimbewohner, die früher in der Landwirtschaft gearbeitet haben, fasziniert den Hühnern zuschauen. Die Tiere legen auch Eier, die aber natürlich nicht von uns gegessen werden", berichtet Baumann schmunzelnd.

Damit der Sinnesgarten nachhaltig gepflegt werden kann, beschäftigt Baumann einen Mann und eine Frau als Bürgerarbeiter. Sie betreuten auch die Gruppen und leiteten sie an, bearbeiteten die Saatkästen.

Der Rotary-Club Homburg-Zweibrücken, der mit 10 000 Euro die dickste Spende zu den 45 000 Euro Gesamtkosten beisteuerte, habe die Entwicklung des Gartens bis heute unterstützt. Die Unterhaltungskosten bezeichnet Baumann als "erheblich", relativiert dies aber durch die Aussage, "dass wir diese Investitionen sehr gerne machen, gemessen an den Effekten, die wir erzielen". Spaziergänger am Schwarzbach blieben beispielsweise oft stehen und schauten von außen zu, was sich drinnen abspielt, so Baumann: "Da ist immer irgendwie Leben."

Interessenten für Heimplätze und deren Angehörige seien beeindruckt von dem Garten, den man "in dieser Form, Größe und Ausstattung weit und breit nicht findet".

Kleiner Wermutstropfen: Ein geplanter Freundeskreis Sinnesgarten sei bisher nicht zustande gekommen. "Ich hatte gehofft, dass etwa Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins uns an einem Mittag zeigen, wie man Rosen schneidet. Vielleicht klappt eine solche Kooperation ja noch", hofft Baumann.

Den Sinnesgarten kann sich jeder Interessierte diesen Samstag, 25. Juni, ab 14 Uhr anschauen. Dann veranstaltet das Johann-Hinrich-Wichern-Haus, Jakob-Leyser-Straße 9 in Zweibrücken, sein Sommerfest mit Gottesdienst, Liedern, Vorträgen, Kaffee und einer Gartenführung.