1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken-Land

Der Mensch in der Masse im Blickpunkt

Der Mensch in der Masse im Blickpunkt

Eine Ausstellung mit Werken des in Frankenholz lebenden Künstlers Eugen Waßmann ist momentan im großen Saal der Gustavsburg zu sehen. Dort werden großformatige Aquarelle mit dem Fokus auf den Menschen und auf Menschenmassen gezeigt.

Unter dem Motto "Facetten der Kunst - Malerei - Glas - Metall" präsentierte der Heimat- und Verkehrsverein Jägersburg im großen Saal der Gustavsburg eine sehenswerte Ausstellung. Gezeigt wurden Werke des in Frankenholz lebenden Künstlers Eugen Waßmann. In mehreren Arbeiten präsentierte er feine Aquarell-Malerei, aber auch spannende Kombinationen aus Glas und Metall, eine Verbindung des Brüchigen mit dem Festen (wir berichteten).

Der Verein habe "eine Reihe von Ausstellungen mit außergewöhnlichem Niveau in den vergangenen Jahren durchgeführt", betonte Gustl Altherr, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins. Kunsthistoriker Jürgen Ecker sprach in seiner Laudatio von einer "hervorragenden, exorbitanten" Ausstellung eines Profis, der aus dem Kunsthandwerk komme und dessen künstlerisches Schaffen er seit knapp 20 Jahren mit großem Interesse verfolge. Der 1950 in Kopejsk geborene Künstler habe sich bereits in Russland einen Namen gemacht, habe dort ein Kunststudium absolviert und sich als Künstler etabliert. 1991 sei er unter Zurücklassung seine künstlerischen Werke mit seiner Familie nach Deutschland und zwar nach Frankenholz gekommen, so Ecker.

Zunächst habe für Waßmann der Broterwerb an erster Stelle gestanden, doch habe er sich wieder regelmäßig an regionalen und überregionalen Ausstellungen beteiligt. Waßmann experimentiere mit Aquarellfarben und Kerzenwachs, interessiere sich für Naturstruktur und Wachstum, aber auch für Transparentes und Verspieltes. "Gerade mit seinen fließend für das Spiel des Lichts geschaffenen Glasobjekten bastelte er eine wunderbare Transparenz zusammen", erklärte der Kurator: "Eugen Waßmanns Domäne war lange die Beschäftigung mit Glas und Metall, beide Materialien verdichtet und verklebt er. Es entstehen schwingende Rhythmen". Wichtig sei ihm "die Arbeit mit dem Konstanten, des Organischen mit der Geometrie", meinte Ecker.

Waßmanns in der Gustavsburg ausgestellten großformatigen Aquarelle zeigten den Blick auf den Menschen, auf Menschenmassen, die zu Gruppen getürmt und zusammengefasst seien. "Diese Bilder weisen auf Schicksale, auf Zweifel, auf Tragik hin, hier melden sich Seele, Psyche und Psychogramm zu Wort", sagte der Kurator.