Der Informationsbedarf ist groß

Die Absicht, Windräder auf Großbundenbacher Gemarkung zu errichten, interessiert die Bürger. Rund 70 von ihnen kamen jetzt zum weiteren Infoabend mit dem möglichen Betreiber.

Auf der Kuppe vor Großbundenbach , aus Richtung Oberauerbach linkerhand, wäre ein denkbarer Standort für drei Windräder . So jedenfalls sieht es der interessierte Betreiber ABO-Wind mit Hauptsitz in Wiesbaden. Der Weg bis dorthin ist allerdings noch ein weiter, von der Entscheidung der Bürger , wie sie die Gemeindeabsicht sehen und darüber in einem Bürgerentscheid am Sonntag, 26. April, ihr Votum abgeben, einmal ganz abgesehen.

Das machten jetzt die Firmenvertreter Bernward Heinemann und Florian Ternes bei einer Infoveranstaltung deutlich. Die Information zum angedachten Gemeindevorhaben, sie wird selbst Fläche für einen Standort haben, stand im Mittelpunkt. Recht schnell machte Ortsbürgermeister Dieter Glahn dies auch mit einer sachlichen Feststellung deutlich, als Steffen Schmidt, Mitinitiator für das Bürgerbegehren und den schon terminierten Entscheid die Windhöffigkeit mit 6,2 Metern in der Sekunde als eine akute Konkurs-Gefährdung für Windräder am Großbundenbacher Standort apostrophierte und auf Konfrontationskurs zu den Firmenvertretern hinschwenken wollte. "Das ist eine Informationsveranstaltung - nicht mehr und nicht weniger."

Warum aus Investorensicht die im Windatlas für diesen Gebietsbereich ausgewiesenen 6,0 bis 6,2 Meter Wind in der Sekunde doch ausreichend sein können, versuchte Projektierer Bernward Heinemann darzulegen. Die Nabenhöhe der "Vertas" Windräder , die als Anlagen erwogen werden, liegt bei 136 Metern. Die Rotoren hätten eine Gesamthöhe von 126 Metern. Um genauere Erkenntnis über die Windhöffigkeit zu bekommen, will ABO-Wind jetzt einen Messmast für ein Jahr errichten.

Auf den Schattenwurf gingen Heinemann und Ternes näher ein, der Errichtungsstopp in Dänemark wurde thematisiert. Ein Schwerpunkt war die Thematik "Infraschall", was für Steffen Schmidt wiederum das Stichwort war darauf hinzuweisen, dass Nachbarland Österreich dieserhalb viel weiter voraus sei als Deutschland. In Sachen Ökologie und Artenschutz laufen noch bis Mai Untersuchungen, der Rotmilan hätte schon eine weitere Anlage bei Großbundenbach gekippt. Raum für Diskussionen blieb beim Thema "Landschaftseingriff". "Müssen wir unsere Landschaft noch mehr verschandeln?", hinterfragte das frühere Ratsmitglied Herbert Schmidt und bekam darin auch Unterstützung von Peter Martini.

Welche immense Vorteile für die Gemeinde durch die Nutzung der Windkraft erlangen kann, versuchte der Ortsbeigeordnete Wolfgang Rapp zu verdeutlichen. In 20 Jahren käme die Gemeinde locker auf mehr als eine Million Einnahmen, die Gewerbesteuer einmal ganz außen vor gelassen. Dass an diesem Abend nicht allein Windkraftgegner oder solche mit erheblichen Vorbehalten dabei waren, wurde in der Diskussion deutlich. Beifall gab es auch für Befürworter, die meinten, dass die Gemeinde keine Alternative habe, solle in Großbundenbach nicht ganz "das Licht ausgehen".