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Den Schein schaffen! Wie die Fahrprüfung direkt zum Erfolg wird

Den Schein schaffen! Wie die Fahrprüfung direkt zum Erfolg wird

Wie bereite ich mich am besten auf die praktische Prüfung vor?

Wie bereite ich mich am besten auf die praktische Prüfung vor?

TÜV SÜD: Den Tag der Prüfung sollte man entspannt beginnen. Gehen Sie am Abend vor der Prüfung frühzeitig ins Bett. Legen Sie bereits am Vortag alle Unterlagen zurecht, die Sie zur Prüfung brauchen. Pass oder Personalausweis nicht vergessen! Vor allem aber sollten Sie dafür sorgen, dass Sie pünktlich und ungestresst zur Prüfung erscheinen. Von welchem Punkt Sie auch starten, der Weg und die Fahrtzeit zum Prüfungsort sollten Ihnen bekannt sein. Kommen Sie lieber 30 Minuten zu früh, als eine Minute zu spät.

Wie läuft die Prüfung ab?

TÜV SÜD: Stellen Sie Ihre Sitzposition, das Lenkrad sowie die Außen- und Rückspiegel ein, wie Sie es in der Fahrschule gelernt haben und schnallen Sie sich an.

Vor Beginn der Fahrt sichtet der Prüfer die Prüfungsunterlagen. Dann wird der Prüfer Ihnen den Ablauf der Prüfung erläutern: Er wird Ihnen sagen, wie die Fahrtrichtung angesagt wird, auf welche Fahrtanweisungen Sie sich einstellen müssen und Ihnen ggf. auch Information zur Witterung geben. Dann geht die Prüfungsfahrt los. Sie können sich darauf einstellen, dass Sie das zeigen müssen, was Sie auch in der Fahrschule gelernt und geübt haben. Stellen Sie sich die Prüfung einfach wie eine normale Fahrstunde vor - mit dem Unterschied, dass eine zusätzliche Person im Fahrzeug sitzt, die Ihnen zusieht und Ihnen die Richtung und die Fahraufgaben vorgibt.

Was kann man im Vorfeld tun, damit bei der praktischen Prüfung nichts schief läuft?

TÜV SÜD: Mit etwas Planung lassen sich die typischen, oft hausgemachten Probleme leicht vermeiden. Schon während den Fahrstunden in der Fahrschule kann man wichtige Fragen rund um die Prüfung mit dem Fahrlehrer besprechen. Und am besten simuliert man Prüfungsbedingungen in den letzten Fahrten der praktischen Ausbildung und bespricht diese gemeinsam mit dem Fahrlehrer. Man kann deutlich entspannter in die Prüfung gehen, wenn man selbst und auch der Fahrlehrer davon überzeugt ist, dass man den Anforderungen der Prüfung gewachsen ist.

Wer will, kann zusätzlich einen Verkehrs-Übungsplatz aufsuchen. Selbstverständlich darf man auch dort nicht allein und ohne gültigen Führerschein fahren. Die Begleitperson muss - und das ist bei allen Übungsplätzen so - im Besitz einer Fahrerlaubnis sein und einen zugelassenen PKW mitbringen. Es gibt Plätze, auf denen das Fahren sogar schon mit 16 Jahren möglich ist. Hier muss die Begleitperson mindestens drei Jahre im Besitz des Führerscheins sein.

Am Besten erkundigen Sie sich über die Voraussetzungen, bevor Sie auf einem solchen Platz üben gehen.

Worauf achten die Prüfer während der Prüfungsfahrt besonders?

TÜV SÜD: Zuerst einmal achten wir auf die fahrtechnische Vorbereitung. Dazu gehören grundsätzlich das Einstellen der Spiegel, die Lenkrad- und Sitzeinstellung, der Blick in die Spiegel vor dem Losfahren.

Während der Fahrt dann beispielsweise das rechtzeitige Schalten, das Einhalten der richtigen Fahrgeschwindigkeit, eine vorausschauende und energiesparende Fahrweise sowie das Abstandhalten zum vorausfahrenden Fahrzeug. Nicht zu vergessen, das Einfahren in den Kreisverkehr, das Verhalten an Kreuzungen, an Vorfahrtstraßen und Bahnübergängen.

Natürlich auch das Überholen und Vorbeifahren und der richtige Fahrstreifenwechsel.

Im Blickpunkt ist auch das Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern oder Fahrradfahrern. Und das Beachten der Verkehrszeichen, aber das versteht sich von selbst und zuletzt der fahrtechnische Abschluss der Fahrt.

Wann kann die Prüfungsfahrt mit dem Ergebnis ‚Nicht bestanden.' enden?

TÜV SÜD: Beispielsweise bei grober Missachtung der Vorfahrt und der Vorrangregelung.

Bei Nichtbeachten einer roten Ampel. Genauso das Nichtbeachten der Vorschriftzeichen, wie dem Stoppschild oder dem Überholverbot. Falsch verhält sich, wer mit mehr als Schrittgeschwindigkeit an Schul- und Linienbussen vorbeifährt, die mit Warnblinklicht an Haltestellen halten. Beträgt die Geschwindigkeit mehr als 20 km/h, besteht er die Prüfung nicht.

Den Führerschein riskiert ebenso jemand mit mangelhafter Verkehrsbeobachtung. Zum Beispiel, falsche oder fehlende Reaktionen bei Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen. K.o.-Kriterien sind auch eine dem Verkehr nicht angepasste Geschwindigkeit, fehlerhaftes Abstandhalten, zu spätes Bremsen, zu langes Zögern an Kreuzungen oder Straßeneinmündungen und natürlich Fehler bei der Fahrzeugbedienung.

Gibt es noch etwas, auf das man achten sollte?

TÜV SÜD: Bei der Sicherheitskontrolle zu Beginn der Prüfung stellt der Prüfer noch eine technische Frage zum Fahrzeug. Diese kann lauten: Schalten Sie einmal die Nebelschlussleuchte an? Oder: Überprüfen Sie einmal die Profiltiefe des Reifens. Aber das lernt man ja alles in der Fahrschule!

Richtiges Einparken wird ebenfalls verlangt. Kein Fahrschüler besteht die praktische Fahrprüfung, ohne eingeparkt zu haben. Das sollte man also während der Fahrstunden ausreichend geübt haben.

Wie steht es mit dem Motorradführerschein? Ist die Prüfung eigentlich in den vergangenen Jahren schwerer geworden?

TÜV SÜD: Nun ja, die Zeiten sind vorbei, als es zum Bestehen der Motorradprüfung schon ausreichte, wenn man hinter dem Fahrschulfahrzeug zum Übungsplatz fuhr und dort ein paar Achten drehte.

Eine Motorrad-Fahrprüfung der Klasse A dauert heutzutage sechzig Minuten.

Sie beinhaltet sechs Grundfahraufgaben. Also auch hier ist volle Konzentration angesagt.