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Demo für Grenzöffnungen zwischen Deutschland und Frankreich

Corona belastet Pendler und Firmen : Politiker demonstrieren für Grenzöffnungen

Kommunalpolitiker aus Deutschland und Frankreich erinnern bei einem Treffen an der Grenze an die Belastungen für Pendler.

(cos) Mehr als 30 deutsche und französische Kommunalpolitiker, darunter zahlreiche Ortsbürgermeister wie der Hornbacher Stadtbürgermeister Reinhold Hohn, Berhard Krippleben aus Mauschbach, Christian Schwarz aus Riedelberg oder deren französischen Amtskollegen wie Joel Schwartz aus Schweyen und Christian Schwalbach aus Walschbronn, forderten bei einer Grenzdemo am geöffneten und von deutscher wie französischer Grenzpolizei bewachten Grenzübergangspunkt Hornbach weitere Grenzöffnung und beschworen die deutsch-französische Freundschaft.

„Wir können nichts dafür, was bei uns in Berlin oder bei euch in Paris in Sachen Coronavirus alles entschieden wird. Nicht immer ist das, was uns da an Verhaltensvorschriften vorgegeben wird, nachvollziehbar. Eins ist aber sicher: Die in mehr als 50 Jahren gewachsene Freundschaft kann und darf darunter nicht leiden. So werden wir auch heute mit diesem Zusammenkommen dafür kämpfen, dass weitere Grenzpunkte für die französischen Arbeitspendler geöffnet werden.“ Hornbachs Bürgermeister Reinhold Hohn sprach bei dem Treffen oberhalb des Kontrollpunktes an der L 700 in Richtung Frankreich Klartext.

Hohn hat nach eigenem Bekunden selbst erlebt, wie einem Kunden beim Auftanken seines Fahrzeugs mit französischem Kennzeichen von einem deutschen Kunden an der Tankstelle in Hornbach respektlos der Vogel gezeigt wurde. Sohn Thomas, Beigeordneter bei der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land und zugleich selbständiger Unternehmer in der Klosterstadt mit weit mehr als einem Dutzende Berufspendlern aus Frankreich im gärtnerischen Betrieb, bekommt täglich die Anfeindungen der französischen Mitarbeiter aus Gesprächen mit. Um noch größere Eskalationen zu ersticken, hatte Thomas Hohn etliche Wochen auf die Mitarbeit der Pendler verzichtet. Inzwischen seien diese wieder seit gut zwei Wochen am alten Arbeitsplatz.

Was besonders an den Nerven der französischen Berufspendler zehrt, sind die enormen Umwege, die vor und nach der Schicht aufgebracht werden müssen. „Maire“ Christian Schwalbach skizzierte die Situation. „Wir in Walschbronn haben täglich 500 Berufspendler die in Pirmasens und Pirmasens-Land arbeiten gehen. Durch die Schließung der Grenze bei Kröppen müssen sie Umwege von 40 Kilometer fahren, das ist unglaublich“

Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker erinnerte an die Verpflichtung der Politik, „Brücken zu bauen“. Mit dem Zusammenkommen an der Grenze, zu dem auch zahlreiche Vertreter von größeren Zweibrücker Firmen mit zahlreichen französischen Berufspendlern gekommen waren, sei ein nochmaliger Grundstein für die bestehende Freundschaft zwischen den beiden Nachbarländern gelegt worden.