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Käshofer Laienensemble: Deftige Büro-Komödie begeistert Publikum

Käshofer Laienensemble : Deftige Büro-Komödie begeistert Publikum

Das Käshofer Laienspielensemble zeigt das Stück um einen Schnullerfabrikanten noch zwei Mal. 300 Zuschauer kamen zur Premiere.

Fast 300 Zuschauer im proppenvollen Dorfgemeinschaftshaus wischten sich am ersten Weihnachtsfeiertag die Lachtränen aus den Augenwinkeln, schnappten nach Luft und staunten, mit welcher Leichtigkeit, Witz, Komik und passender Gestik das Käshofer Laienspielensemble umzusetzen wusste, was Stückeschreiberin Heidi Mager in die 90-minütige Komödie „Büro, Büro!“ gepackt hatte.

Die Rolle des Seniorchefs, eines Schnullerfabrikanten, war maßgeschneidert für Karl Hoffmann. Den gesamten Text hochdeutsch vorzutragen, gelingt ihm mit links, und auch mit Gestik und Mimik den Unternehmer und Tonangeber herauskehren. Auch gegenüber der guten Seele des Unternehmens, Sekretärin Susanne Schmoll, die allerdings dem Chef auch schon mal deutlich zeigen kann, was eine Harke ist. Schmoll weiß auch, wie man mit ungeliebten „Nebenbuhlerinnen“ die mit ihren kurzen Röcken für Unruhe im ohnehin gebeutelten Unternehmen sorgen, umzugehen hat. In dieser Bürowelt tummeln sich alle und lassen die begeisterten Saalzuschauer erahnen, was sich dort alles abzuspielen scheint. Frischen Wind, um nicht zu sagen eine stürmische Böe, bringt da die Neue, eben jene mit dem viel zu kurzen Rock, wie die wohlsituierte Sekretärin Schmoll anmerkt, als sie die neue Kollegin Annette Giebel genauer unter die Lupe nimmt. Köstlich wie Lore Marhöfer allen männlichen Mitarbeitern einschließlich Chef und Vorgesetzten den Kopf verdreht. Da wird mit den Augen geblitzt, geschmollt und total verführerisch dreingeschaut.

Die Zuschauer zum Toben bringt die Versöhnungsszene der bezirzenden Giebel, als sie sich beim stürmischen Betriebsfest dann doch wieder mit Freund Paul Keck (Arno Di Liberto) arrangiert. Der will sie zwar vor lauter Liebesdrang zunächst auf der Schreibtischplatte der guten Schmoll nehmen, doch das ist dann Giebel doch zu viel. „Pfui, du Ferkel“, empört sich die Bedrängte, meint dann aber doch: „Komm lass uns nachhause gehen“, was schließlich beim stürmischen Liebhaber die Feststellung veranlasst: „Weißt du, was am Schönsten am Streiten ist? Die Versöhnung!“

Für viel Würze im Bühnentreiben  sorgt vor allem der neunmalkluge Azubi Markus, welchen Andreas Mohrbach geradezu mit Hingabe ins Bild zu rücken weiß und damit die Zuschauer mehr als einmal mitreißt. Und das nicht allein bei der Szene, wo Azubi Markus zusammen mit Betriebsmeister Achim Bender aus dem Zimmer des Chefs wichtige Dinge entwenden will und sich beide dafür mit weißen Strümpfen maskieren. Das ist einfach zum Brüllen und hat seine Höhepunkte mit der Ausgabe der Parole „Buschwindröschen“.

Andreas Mohrbach und Wolfang Schwenk ergänzen sich großartig. Zu Hochform läuft auch Klaus Marhöfer auf, der die Rolle des Steuerprüfers Erich Reuter mit großartiger Gestik und Mimik ausfüllt. Die „Leviten“ muss der Steuerprüfer wohl dem Chef noch lesen, denn so manches sei da doch wohl hin und her geschoben worden. Allerdings, das spiele ja eine bedeutende Rolle, schließlich sei eine nähere Bindung ans Unternehmen künftig nicht auszuschließen. Denn, seine unglückliche Liebesbeziehung wird bei diesem Prüftermin wieder geordnet. Hermine Junginger, die jüngere Schwester des Unternehmers und von Ute Hoffmann mit viel Contenance gespielt, zeigt sich versöhnlich, und das nicht allein des Betriebserfolges wegen. Bliebe da noch die Mitarbeiterin Maria Bolognini, eine in jeder Beziehung feurige Italienerin. In ihrem Kauderwelsch-Deutsch weiß als Petra Vollmar dem Bühnengeschehen als überzeugende Südländerin mit couragierten Einsätzen zusätzliche Würze zu geben.

Ans Ziel kommen bei diesem Stück alle. Nicht allein Sekretärin Schmoll, die, leicht angeschwipst den Chef doch „vernascht“ hat, wie der fehlende BH beweist, und zum Schluss in der Hosentasche von Chef Junginger verrät und einen Tag später der „Jungen“ überzeugend sagen kann, dass künftig im Büro Hosen getragen werden. Nein, auch die vielen Besucher, denn die kommen aus dem Lachen kaum heraus.

Souffleuse Erika Schäfer hatte bei der Premiere kein schweres Amt und ihr Ehegatte Günther bekam viel Applaus für das gekonnte Bühnenbild und die technische Ausstattung.

Weitere Aufführungen im Dorfgemeinschaftshaus Käshofen am 6. und 13. Januar, jeweils ab 20 Uhr. Karten bei Edith Schneider, Tel. (0 63 37) 18 06.