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Defekt am Zug verantwortlich für Probleme am Bahnübergang Contwig

Bahnübergang in Contwig : Technischer Defekt am Zug war schuld

Die Antwort der Bahn auf die Anfrage zum Bahnübergang Contwig beantwortet eine Frage und wirft neue auf.

Mitte Februar war es mal wieder soweit: Am viel befahrenen Bahnübergang in der Truppacher Straße von Contwig gab es ein Dauerrot bei der Lichtzeichenanlage und heruntergelassene Bahnschranken auf beiden Seiten (wir berichteten). Nadine Brinette, frisch gewählte CDU-Ortsvereinsvorsitzende und Spitzenkandidatin ihrer Partei für das Ehrenamt der Ortsbürgermeisterin, klemmte sich damals in Absprache mit der Ortsbeigeordneten Margit Ernst (CDU), welche noch bis zum 9. April die Dienstgeschäfte führt, hinter die Sache. die künftige Ortsbürgermeisterin Brinette hat jetzt eine Antwort sozusagen von „höchster Stelle“.  

„ich hatte mich damals im Februar durchgewurstelt und wurde schließlich mit Klaus Vornhusen verbunden. Dass eine deutschlandweit anerkannte Tageszeitung aus Frankfurt diesen schon als Diplomat der Schiene bezeichnet hat, wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Das hätte allerdings auch an meinem Ärgernis und Unmut nichts geändert. Als echtes Cuntwicher Määde nahm ich, höflich und doch bestimmt, kein Blatt vor den Mund und schilderte dem DB-Konzernbevollmächtigten, was da bei uns im Schwarzbachtal abgeht. Er ist schließlich auch der DB-Konzernbevollmächtigte für Rheinland-Pfalz und das Saarland.“

Kathrin Kessler als Teamassistentin hat jetzt Nadine Brinette darüber informiert, weshalb es in der Zeit vom 12.bis 16 Februar dieses Jahres beim Contwiger Bahnübergang zu Störungen kam. In der uns vorliegenden Stellungnahme heißt es: „Die technische Bahnübergangssicherung in Contwig ist seit 2002 in Betrieb und wird regelmäßig gewartet. Die Anlage wird durch den Zug beim Befahren von Schaltmitteln im Gleis ein- und ausgeschaltet. In den vergangenen Jahren gab es keine auffällige Häufung von technischen Störungen. Vom 12.2. bis 16.2.21 war die Anlage jedoch fünf Mal gestört. Wir haben daraufhin alle technischen Komponenten in einer Sonderinspektion überprüft und dabei keinerlei Mängel festgestellt, Die weitere Untersuchung ergab, dass ein Defekt an einem Fahrzeug ursächlich für die Störung war. Dieser wurde umgehend behoben.“

Demnächst in Amt und Würde schätzt Nadine Brinette den Kontakt, zumal sie in Erfahrung brachte, dass Anlieger aus der Truppacher Straße, was die Bemerkung des Bahn-Konzernes angeht „In den vergangenen Jahren gab  es keine auffällige Häufung von technischen Störungen…“, eine ganz andere Meinung vertreten. Nahe am Bahnübergang wohnende Mitbürger sollen sogar die Störungen protokollarisch festgehalten haben, berichteten Gemeindebedienstete. Der Pfälzische Merkur stellte noch gestern dazu Recherchen an, konnte jedoch niemand erreichen. Nadine Brinette: „Auf jeden Fall werde ich der Sache nachgehen und mich informieren. Notfalls auch schon jetzt nochmals einhaken, wenngleich im Augenblick alles in Ordnung ist. Doch die Berichte, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Störungen gekommen ist, was die Bahn ja mehr oder minder verneint, will ich so nicht gelten lassen und prüfen, wenn ich Ortsbürgermeisterin bin. “ 

Die Deutsche Bahn hat im Zeitalter der Digitalisierung sämtliche Bahnübergänge digital gesteuert. Am Bahnübergang in Falkenbusch wurde vor gut 15 Jahren zuletzt noch per Hand die große Schranke beim Bahnhof per Hand bedient. Jeweils zur vollen Stunde, wenn sich die roten Triebwagen aus Richtung Pirmasens und Zweibrücken in Falkenbusch begegneten.

Nicht alltäglich dabei auch das Öffnungs- und Schließungsprozedere beim Übergang hoch zum Wahlbacher Hof und den Werderhöfen. Der dortige Übergangspunkt war permanent mit einer Schranke verschlossen. Wollte man hinüber, musste eine Ruftaste gedrückt werden. Der Wärter in Falkenbusch meldete sich und öffnete und schloss die Schranke.

Welches Gefahrenpotential sich durch die Störungen beim Bahnübergang in der Truppacher Straße von Contwig ergeben könnte, war im Februar festzustellen. Bevor die Polizei kam und mit rotweißen Absperrbändern deutlich machte, dass bei diesem Übergang im Augenblick nichts geht, fuhren Verkehrsteilnehmer im Zick-Zack-Kurs über die Gleise. Bernd Sefrin, Gemeindebediensteter und Augenzeuge: „Nicht auszudenken, wenn da mal ein Triebwagen als Sonderfahrt anrauschen würde.“