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David Betz tritt erneut in Contwig an

Nachfolge von Karlheinz Bärmann : David Betz tritt erneut in Contwig an

Die SPD will mit dem 39-Jährigen das Rathaus im kommenden Jahr zurückgewinnen.

Wie schon bei der letzten Kommunalwahl am 20. Oktober 2019 geht die Contwiger SPD mit dem 39-jährigen David Oliver Betz ins Rennen um das Ehrenamt des Ortsbürgermeisters. Der jetzige Amtsinhaber Karlheinz Bärmann (CDU) hatte Anfang Oktober dieses Jahres seinen Amtsrücktritt zum 31. März 2021 erklärt (wir berichteten). Beim Urnengang zur Landtagswahl am 14. März 2021 können dann auch die Wähler darüber entscheiden, wer in der größten Ortschaft der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land an der Spitze steht. Spitzenkandidatin der CDU ist Nadine Brinette, vor Wochen bereits wurde sie einstimmig als Amtsnachfolgerin nominiert. 

 „Ich habe große Lust, den ungeplanten Wahlkampf mit Euch zusammen zu gehen. Ich denke, wir haben sowohl bei der Kommunalwahl wie auch bei der letzten Bürgermeisterwahl gezeigt, dass die SPD in der Lage ist, das auf Gemeindeebene zu machen. Wir haben hervorragend abgeschnitten. Die SPD, würde ich mal sagen, ist seit Jahren in Contwig im Aufwärtstrend. Peu à peu. Jetzt soll der nächste Schritt kommen. Im Idealfall die Personalverantwortung im Amt des Bürgermeisters.“

David Oliver Betz, ein Contwiger Bub, gelernter Journalist, derzeit im Pirmasenser Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Angelika Glöckner tätig, hatte noch am Abend der Rücktrittserklärung Bärmanns aus seiner Absicht, erneut für das Amt des Ortsbürgermeisters zu kandidieren, keinen Hehl gemacht. Sollten denn die Genossinnen und Genossen das so wollen und entscheiden.

Der Vertrauensbeweis am Donnerstagabend im kleinen Saal des Dellfelder Bürgerhauses war jedenfalls deutlich. Von zwölf stimmberechtigten Mitgliedern, den Kandidaten eingeschlossen, gab es zwölf Ja-Stimmen für Betz. Von der Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Contwig-Stambach, Heidi Ziehl, war Betz selbst für die erneute Kandidatur vorgeschlagen worden. Kaum Veränderungen gab es an den kommunalpolitischen Zielvorstellungen.

Bei der „persönlichen Vorstellung“ umriss Betz noch einmal das Arbeitsfeld mit ihm als Ortsbürgermeister von Contwig. Die schon beim letzten Urnengang 2019 getroffenen Aussagen seien weiterhin aktuell. Familienfreundliche Ortschaft ist wie gehabt ein Hauptaugenmerk. Nach wie vor eine große Herausforderung ist das Einbeziehen der Neubürger, die nach Contwig in die Neubaugebiete ziehen. Daneben solle Contwig eine seniorengerechte Gemeinde sein. „Es ist halt nicht damit getan, dass wir jetzt ein zweites Altersheim gebaut bekommen. Für mich beginnt das schon bei der Barrierefreiheit im Ortskern. Oder: Wie können wir die Senioren auch ein bisschen aktiv ins Gemeindeleben integrieren, wie können wir einen Ausgleich zwischen Jung und Alt schaffen?“, sagte Betz.

Umweltschutz und Biodiversität seien Felder, denen in Contwig nach seiner Einschätzung noch kaum Rechnung getragen worden sei. Ein Wahlkampfklassiker auch für Betz: Tourismus in Contwig. „Das hört sich immer gut an, aber konkret kommt dann in der Folge nichts. Ich sage, Contwig braucht einen Stellplatz für Wohnmobile, siehe Beispiel Klosterstadt Hornbach. Das Thema Schwarzbach muss besser genutzt werden und unsere vielen Wanderwege und Plätze müssen bewusst beworben werden. Contwig ist eine ideale Gemeinde für Tagestourismus. Mit Wohnmobilstellplätzen im Freizeitgebiet, das fände ich ideal, hätten wir eine gute Ausgangsposition.“

Wie gut, das beschrieb Betz seinen Parteifreunden ausführlich, in bunten Bildern, gepaart mit vielen Querverweisen. Schulen und Ehrenamt waren weitere Stationen. „Ein anderer Blickwinkel auf die Dinge, das täte unserer Gemeinde gut, ich traue mir jedenfalls das Ehrenamt zu“, so der gekürte SPD-Spitzenkandidat. Holger Hell erinnerte in der Aussprache an das gute Ergebnis, das Betz im Wahlkampf 2019 mit 914 Stimmen und 36,8 Prozent der Stimmen für die SPD erreicht habe. Für Bärmann (CDU) hatten 1571 Wähler (63,2 Prozent) votiert. Wie sich die beiden Bewerber Brinette und Betz im Wahlkampf unter Corona-Bedingungen schlagen, bleibt abzuwarten.

Für „offene Karten“ war Betz allerdings nur teilweise zu haben. Die Tagesordnung sah im öffentlichen Teil auch „Wahlkampf und Wahlkampfbudget“ vor. Auf Antrag von Betz wurde das gleich zu Sitzungsbeginn in den nicht-öffentlichen Teil verschoben.