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Dating-Plattform-Benutzer nach Skype-Chat mit intimem Video erpresst

Polizei gibt Tipps zur Vorbeugung : Von Online-„Freundin“ mit Intim-Video erpresst

Weil er mit einem Intim-Video erpresst wird, hat ein junger Mann aus dem Landkreis Südwestpfalz bei der Polizei Anzeige erstattet. Wie der 20-Jährige zu Protokoll gab, war er am Montag auf einer Dating-Plattform von einer Frau namens „Sandrine“ kontaktiert worden.

Die beiden einigten sich darauf, über den Online-Nachrichtendienst „Skype“ weiterzuchatten, berichtet das Polizeipräsidium Westpfalz.

Im weiteren Verlauf schalteten beide ihre Webcams ein. Während sich die Frau komplett entblößte, saß der 20-Jährige noch teilweise bekleidet vor seinem Computer. Nach etwa zwei Minuten wurde die Übertragung der Webcam beendet.

Kurz darauf erhielt der Südwestpfälzer eine Nachricht, dass die Videoaufnahme in sozialen Netzwerken hochgeladen werde, wenn er nicht eine bestimmte Geldsumme bezahle. Der 20-Jährige blockierte daraufhin die Frau und schaltete die Polizei ein. Die Ermittlungen nach der Erpresserin laufen. Um sich vor solchen Überraschungen zu schützen, empfiehlt die Polizei:

„Nehmen Sie im Internet in den sozialen Netzwerken keine Freundschaftsanfragen von Personen an, die Sie nicht kennen.“

„Seien Sie zurückhaltend mit der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder Arbeitgeber.“

„Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäreneinstellungen, um sicherzustellen, welcher Personenkreis welche Informationen über Sie sehen kann.

„Wenn Sie auf sogenannten Datingplattformen unterwegs sind: Stimmen Sie nicht vorschnell einem Videochat zu.“

„Im Zweifel: kleben Sie die Chatkamera zunächst ab, um lediglich

verbal zu kommunizieren und das Geschehen zu beobachten.“

„Und auch wenn die Verlockung groß ist: Lassen Sie sich nicht dazu überreden, sich zu entblößen oder intime Handlungen in Videochats zu zeigen, wenn Sie Ihr ,Gegenüber’ erst seit kurzem kennen.“

„Und unabhängig davon: Halten Sie die Betriebs- und Virenschutzsysteme auf Ihren online-genutzten Endgeräten wie Smartphone, Laptop, Tablet oder Computer immer auf dem aktuellen Stand, um sich vor Schadsoftware (sogenannter Malware) zu schützen. Es gibt Malware, die ohne Ihr Zutun Ihre Webcam aktivieren und Sie dann filmen kann, ohne dass Sie es merken.“

„Und falls Sie doch auf eine Online-Verführung hereingefallen sind und anschließend mit den Aufnahmen erpresst werden, verständigen Sie die Polizei!“

Infos und Tipps rund um das Thema „Sextortion – vom harmlosen Flirt zur organisierten Erpressung“ gibt die Polizei auf www.polizei-beratung.de, direkter Kurzlink: https://s.rlp.de/i3Kil