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"Dass die Autofahrer schimpfen, verstehe ich"

"Dass die Autofahrer schimpfen, verstehe ich"

Die Osterfeiertage nahen und sprunghaft gingen die Preise für Benzin und Diesel in die Höhe. Das treibt den Unmut der Autofahrer an, wie eine Umfrage des Pfälzischen Merkur zeigt.

Zweibrücken. Nahen Feiertage und Ferien wie jetzt die zum Osterfest, dann kann man im Voraus schon fast eine Wette darauf abschließen, dass die Ölkonzerne in der Bundesrepublik an der Preisschraube drehen. Von Montag auf Dienstag wurden in der Regel die Preise um sieben Cent angehoben. Viele Autofahrer haben dafür kein Verständnis, wie eine Umfrage des Pfälzischen Merkur gestern zeigt.

„Vor Ostern ist das seit Jahrzehnten so, die übrigen Ferien nicht ausgenommen. Wir fahren nach Ostern mit dem Wohnwagen an den Lago Maggiore und prompt haben wir jetzt schon den Preisanstieg. Das wird sich bis Ostermontag auch nicht ändern, darauf wette ich“, sagt der 44jährige Roma Hemmer stinksauer. Seiner Meinung nach sei das übelste Abzocke. „Die Regierung müsste eingreifen, aber mit einem Wirtschaftsminister Brüderle an der Spitze geht das schon gar nicht.“

Nicht anders sieht das Thomas Gessner, der mit dem Auto täglich beruflich unterwegs ist und einfach tanken muss, ganz gleich, was es kostet. „Warum in diesem Punkt keine europäische Angleichung? Blicken wir doch zu unseren Nachbarn: Überall sind die Preise geringer, nur wir Deutschen meinen, wieder auf der Hochschule sein zu müssen.“ Thomas Gessner fährt deshalb regelmäßig zum Tanken nach Luxemburg, bringt sich von dort noch Kaffee und andere Sachen mit, damit sich die Fahrt wirklich rentiert.

Christel Tschan betreibt mit den Kindern Michaela und Sascha die Tankstelle in der Hofenfelsstraße. „Wenn einer anfängt, ziehen die anderen nach. Natürlich schauen wir täglich, wie die Preise bei der Konkurrenz sind, und melden das an unseren Konzern nach Aschaffenburg“, erklärt sie. Die Zeit der Preisanstiege vor Ferien ist auch für sei keine einfache Zeit. Verärgerte Kunden kämen in den Laden zum Zahlen und ließen Luft ab über die gestiegenen Kosten. Doch das sei meist erst die Generation ab 40 Jahren. „Die Jüngeren tanken einfach nur für 20 Euro. Dann warten sie und zwei Tage später tanken sie vielleicht nur für zehn Euro“, erzählt Tschan.

Klaus Blinn von der Aral-Tankstelle in der Ixheimer Straße relativiert die Schelte auf die Konzerne. „Wenn nicht jeder hart kalkuliere, wäre das alles nicht. Meist sind wir nur ein bis zwei Cent teurer als der Globus. Die gingen gestern um sieben Cent hoch. Prompt hat Aral nachgezogen. Das machen die von Bochum aus, da haben wir gar keinen Einfluss drauf“, berichtet Blinn. Als Betreiber verdiene er auch nichts daran, seine Provision bekäme er über die verkauften Mengen. „Dass die Leute schimpfen, verstehe ich zwar, aber daran ändern kann ich persönlich überhaupt nichts.“