Das Radiomuseum des Klaus Hecht

Zweibrücken. Wer in Zweibrücken und Umgebung ein jahrzentealtes Radio, einen betagten Musikschrank oder den Plattenspieler aus Uromas Zeit ausrangieren will, der nimmt Kontakt zu Klaus Hecht auf. Das frühere Stadtratsmitglied sammelt die Geräte seit nunmehr 30 Jahren. "120 Radios habe ich zuhause, etwa 70 laufen noch

Zweibrücken. Wer in Zweibrücken und Umgebung ein jahrzentealtes Radio, einen betagten Musikschrank oder den Plattenspieler aus Uromas Zeit ausrangieren will, der nimmt Kontakt zu Klaus Hecht auf. Das frühere Stadtratsmitglied sammelt die Geräte seit nunmehr 30 Jahren. "120 Radios habe ich zuhause, etwa 70 laufen noch. Und auf denen, die ich eingesteckt habe, läuft fast überall SR3 Saarlandwelle", erklärt Hecht. "Nur auf einem Radio ist SWR4 programmiert." Hecht lobt den tollen Klang, die großen Lautsprecher, die Tatsache, dass viele mit Zimmerantenne funktionieren. Die ältesten der Geräte, also leichte, schwere, große, kleine stammen aus der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. "Ich habe auch zwei Volksempfänger, die etwa 1930 gebaut wurden", so Hecht stolz. Ihren Anfang nahm die Radiosammelleidenschaft des früheren Sozialpädagogen am Schwarzenbacher Berufsbildungswerk und Ex-Leiters der Kita "In den Fuchslöchern" im Aufenthaltsraum des Contwiger Schützenvereins. "Während ich da geschossen habe, ist mir das alte Radio dort aufgefallen. Es hat entsetzlich geknackt und gekrächzt. Ich wollte es gerne mitnehmen, aber erst nach einem Vierteljahr feilschen - als das Radio kaum noch ein verständliches Wort ausspuckte - hat man es ausrangiert und mir anvertraut." Ab diesem Zeitpunkt vergrößerte sich der Hechtsche Radiobestand immer weiter. Freunde, Bekannte und deren Bekannte aus Zweibrücken, dem Umland und sogar schon Saarlouis riefen an, schenkten ihm die Altgeräte, die meist für den Sperrmüll gedacht waren. Nur zwei Radios habe Hecht doppelt, erklärt er. Die Radios sind nicht die einzigen alten Schmuckstücke: Im Hause Hecht stehen auch zehn alte Fotoapparate, Kohlebügeleisen, Porzellan, uralte Waagen, Schreibmaschinen, im Treppenhaus und dem Fremdenzimmer hängen Hochzeits- und Konfirmationsurkunden, alte Bilder. Überall stehen dazu die Altradios, der Keller ist voll davon und auch die Bar im ersten Stock, die "Fallschirmjägerklause", mutet beeindruckend an wie ein kleines Technikmuseum. "Ich bin einfach ein Jäger und Sammler, zu Bundeswehrzeiten habe ich schon Seitengewehre gesammelt", sagt Hecht, kann aber nicht beschreiben, woher seine Vorliebe für das Zusammentragen alter Dinge herrührt. Obwohl die Geräte im Keller stehen, habe er in puncto Feuchtigkeit habe nie Probleme gehabt. Gibt es doch mal einen Defekt, wie bei einem Musikschrank, so helfe ein Freund aus Beeden, der bei Bosch als Elektrotechniker arbeitet. Auch wenn der Platz langsam zur Neige geht, eingestellt hat Hecht das Radiosammeln nicht. "Ich nehme aber viel seltener Geräte an", gesteht er. Alle zwei bis drei Monate muss Hecht die Geräte mit einem Wedel abstauben "Ich ärgere mich, dass ich nicht jedes Radio beschriftet habe, wann ich es woher bekommen habe", bemängelt Hecht, der sich nicht vorstellen kann, auch nur eins der Rundfunkgeräte wieder abzugeben: "Das kommt nicht in Frage." Fällt bei so vielen Radios nicht oft die Wahl schwer, welches man einschaltet? Hecht: "Gerade wenn wir in der Fallschirmjägerklause sitzen schon. Wenn das mal vorkommt, macht ganz einfach der neue CD-Spieler das Rennen."

Auf einen BlickDer Pfälzische Merkur stellt in einer neuen Serie interessante Sammlungen der Menschen in und um Zweibrücken vor. Wer etwa besondere Steine, außergewöhnliches Porzellan, seltene Murmeln oder eine große Comic-Heft-Sammlung hat, sollte sich unter Telefon (0 63 32) 80 00 50 oder per E-Mail (merkur@pm-zw.de) bei der Redaktion melden. red