Das kulturelle Leben mitgeprägt

Wiesbach. Sie zählen zu den stillen Strippenzieherinnen, freuen sich, wenn alles gut läuft. Der Dorfbevölkerung und den Gästen eine Freude bereiten, zu zeigen, dass die Wiesbacher beileibe nicht hinterm Mond zuhause sind, wie es im Volksmund heißt, ist ihr Anliegen. Das sehen Antonie Buchmann und Christa Türr als ihre Aufgabe

Wiesbach. Sie zählen zu den stillen Strippenzieherinnen, freuen sich, wenn alles gut läuft. Der Dorfbevölkerung und den Gästen eine Freude bereiten, zu zeigen, dass die Wiesbacher beileibe nicht hinterm Mond zuhause sind, wie es im Volksmund heißt, ist ihr Anliegen. Das sehen Antonie Buchmann und Christa Türr als ihre Aufgabe."Wir wollen etwas bewegen, wollen zeigen, dass Kultur auch auf dem flachen Land möglich ist", meint Antonie. Das Theaterspiel ist für sie nunmehr seit 25 Jahren eine Herzenssache. Bei Christa Türr sind es nur ein paar Jährchen weniger, doch mit Herzblut ist sie ebenso dabei. Buchmann allerdings will jetzt einen Schlussstrich ziehen, die Arbeit in jüngere Hände legen. "Was die beiden Damen für das Theaterspiel in unserem Ort geleistet haben, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden", sagt Werner Wagner, der selbst schon viele Jahre zur Truppe zählt.

Den Stein ins Rollen für eigene Theaterabende brachte Antonie Buchmann, die Dienstälteste beim Wiesbacher Laienspielensemble. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Anton, der damals die Amtsgeschäfte des Ortsbürgermeisters leitete, hatte sie einem Theaterabend im Nachbarort Rosenkopf beigewohnt und war von dem, was in der Gemeinde von den Bürgern auf die Beine gestellt wurde, angetan. "So was kännde mer doch a mache", soll sie damals auf der Heimfahrt gesagt haben und ließ sich von der Idee, das kulturelle Dorfleben von Wiesbach zu bereichern, nicht mehr abbringen.

Das war 1985 und schon ein Jahr später war im Wiesbacher Sportheim, die Veranstaltungsstätte von der ersten Stunde an, Theaterpremiere. "Etwas Bammel hatten wir schon, aber wir wollten einfach zeigen, dass wir in Wiesbach nicht auf den Kopf gefallen sind", stellt Antonie Buchmann noch heute voller Inbrunst fest. Die Premiere mit "Heimatscholle" wurde dann zu einem durchschlagenden Erfolg. Allerdings mit einem kleinen Beigeschmack, der die Darbietungen in den nachfolgenden 23 Jahren doch ganz wesentlich beeinflusste. Denn zur Premiere mimten die Wiesbacher ein recht anspruchsvolles Trauerspiel. Antonie Buchmanns Sohn Klaus, ein begabter Dekorateur, sorgte dabei für einen filmreifen Dacheinsturz und prompt lachten die Zuschauer bei dieser Szene und spendeten spontanen Beifall. Im zweiten Jahr stand deshalb eine Komödie auf dem Spielplan - und die blieben es bis zur Gegenwart. Das Heft in der Hand behielt Antonie Buchmann die ganze Zeit über, war aber so weitsichtig, Vorsorge zu treffen und sich jemand nachzuziehen, der mit dem gleichen Engagement bei der Sache ist: Christa Türr. Die Regie führen, die Mitspieler zum Textlernen anhalten, hie und da Tipps geben, oder die Diskussionen auf den Punkt bringen, wie das Antonie Buchmann bis heute tat, gehen nun auf Christa Türr nahtlos über.