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Contwig: Wasserschaden bremst Kita-Neubau aus

Contwig: Gutachter ist eingeschaltet : Wasserschaden bremst Kita-Neubau aus

Die Arbeiten am geplanten Kita-Neubau in Contwig sind ausgesetzt. Denn im gesamten Deckenbereich wurden Wasserschäden festgestellt. Ein Gutachter ist bestellt. Die Kinder können nicht wie geplant gleich nach den Sommerferien einziehen.

Arbeitsstillstand beim Bau des Kindergartens oberhalb der Pestalozzi-Grundschule an der Maßweilerstraße in Contwig. Der Grund: Im gesamten Deckenbereich der Gruppenräume des Gemeindeneubaues wurden Wasserschäden festgestellt. Im Einvernehmen mit den Ortsbeigeordneten Margit Ernst (CDU), Thorsten Maisch (SPD) und Emil Stöckle (CDU) wie auch den Fraktionsvorsitzenden Thorsten Sefrin (CDU) und Volker May (SPD) zog Ortsbürgermeister Karlheinz Bärmann nach Rücksprache mit den genannten Ortspolitikern die Reißleine. Die Arbeiten stehen jetzt erst einmal still. Priorität hat das Beweissicherungsverfahren zur Feststellung der genauen Schadenshöhe.

„Wir können nicht offenen Auges ins Verderben rennen“, meint Ortsbürgermeister Bärmann im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur. Noch im Januar hatten wir darüber berichtet, dass beim Neubau des gemeindlichen, dreigruppigen Kindergartens alles im Zeitplan liegt. Für den Innenausbau hatten die Gipser bereits ihre Arbeit aufgenommen. Zwei Drittel der Arbeiten waren fertiggestellt, die Estricharbeiten sollten sich nahtlos anschließen. Bei der gängigen Bauaufsicht seien jetzt aber Wasserschäden an der Deckenverkleidung festgestellt worden. Umfangreich und in einem sehr unterschiedlichen Stadium. „Manche Deckenteile könnten wohl ausgebessert werden, andere wiederum ganz durch Neuteile ersetzt“, so Bärmann.

Jetzt gehe es darum, herauszufinden, welcher „von den am Bau beteiligten Handwerkern für den Schaden aufzukommen hat“, erklärt der Ortsbürgermeister. Zu Spekulationen hierüber ist Bärmann, selbst ein erfahrener Baufachmann, nicht bereit. „Das wird uns der Gutachter schwarz auf weiß sagen. und wie es dann weitergeht, liegt an den Handwerkern. Für mich als Vertreter der Bauherrin ist wichtig, dass die Ortsgemeinde für 2,6 Millionen Euro ein einwandfreies Bauwerk übergeben bekommt. So, wie das ausgeschrieben und Gewerk für Gewerk vergeben wurde.“

Bärmann schwant jetzt schon: „Den anvisierten Einziehungstermin werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einhalten können. Nach meiner Erfahrung muss mit einer Zeitverzögerung von acht bis zwölf Wochen gerechnet werden. Die Eltern können jedoch beruhigt sein, für die Unterbringung der Kleinen ist gesorgt.“

Wegen der Corona-Pandemie sind im Augenblick zwar sämtliche Kindergärten geschlossen, doch das könnte sich vielleicht nach Ostern und zu einem späteren Zeitpunkt ändern. Bärmann: „Bis zur Schließung waren die Kinder im katholischen Kindergarten in Contwig, der Gemeindeeinrichtung in Stambach, wie einer Notgruppe im Jugendheim der protestantischen Kirchengemeinde Contwig untergebracht. Das klappte reibungslos. Ab dem 1. August haben wir ja für den neuen Kindergarten an der Maßweilerstraße Personal. Dieses wird sich dann gleichfalls einbringen und soweit es notwendig wird, könnten wir im Rathaus Platz zur Unterbringung einer weiteren Notgruppe schaffen. Das wäre sicher nicht das Problem“.

Nicht allein die Arbeiten am Kindergarten-Neubau sind gestoppt. Ab April sollten eigentlich auch die Arbeiten für die Außengestaltung anlaufen. Doch auch dafür hat der Ortsbürgermeister in Absprache mit den weiteren Vertretern kein „grünes Licht gegeben“. Die Betriebserlaubnis war für den 1. August geplant. Zum 17. August sollte der erste Tag der Kinder im neuen Kindergarten sein, der baugleich mit der gemeindlichen Einrichtung im Ortsteil Stambach ist. Aufgrund des enormen Auslastungspotenzials im Baugewerbe ist dieser „baugleiche“ Hort jedoch fast eine Million teurer geworden, ohne dass Land und Landkreis ihre Förderzusagen bisher erhöht haben.

Ein Aspekt, der den Ortsbürgermeister nach wie vor wurmt und auf den er bereits bei der Grundsteinlegung zum jetzigen Neubau eindringlich hingewiesen hatte.

„Es geht um die Zukunft der Gemeinden, das sind unser aller Kinder und da sollte man auch mit der Förderung durch das Land und die Landkreise nicht knausern“, wiederholt Bärmann seine Mahnung.