Bisherige Koalition bleibt bestehen Mehrheit für CDU-FWG-Grüne-Koalition

Südwestpfalz · Es war knapp, aber die Koalition aus CDU, FWG und Grünen hat im neu gewählten Kreistag Südwestpfalz weiterhin eine Mehrheit. Sie belegt 22 von 42 Sitzen im Kreisparlament.

Zeitraubend war die Auszählung im Landkreis Südwestpfalz, hier ein Bild aus Contwig.

Zeitraubend war die Auszählung im Landkreis Südwestpfalz, hier ein Bild aus Contwig.

Foto: Norbert Schwarz

Erst in den späten Nachmittagsstunden des gestrigen Dienstags konnte Landrätin Susanne Ganster (CDU) tief durchatmen und sich kurz entspannt zurücklehnen. Nicht Stunden, sondern gleich zwei Tage nach dem eigentlichen Urnengang vom Sonntag stand das Ergebnis zur neuen Zusammensetzung des Kreistages der Südwestpfalz fest. Dabei wird Landrätin Ganster mit innerer Freude aufgenommen haben, dass die CDU-Fraktion weiterhin stärkste Partei im Kreisplenum mit insgesamt 14 Sitzen bleibt. Gefolgt von der SPD, die auf neun Sitze kam. Drittstärkste Kraft nach dem Wahlergebnis wurde die AFD mit sechs Sitzen. Die Freie Wählergemeinschaft Südwestpfalz errang fünf Sitze, das Bündnis Sarah Wagenknecht aus dem Stand heraus drei Sitze und die FDP ist nur noch mit zwei Sitzen im Kreistag vertreten.

Mit 32,8 Prozent Anteil an den gültigen Stimmen – insgesamt 2 130 – lag die CDU dabei deutlich vor dem größten Widersacher der SPD, die auf 21,9 Prozent kam und insgesamt 4 65 617 Stimmen im Landkreisgebiet verbuchte. Wegen technischer Probleme hatten am Wahlsonntag und dem Montag danach in den beiden Verbandsgemeinden Hauenstein und Waldfischbach-Burgalben nicht alle Wahlergebnisse ermittelt werden können. Zum Verständnis: Durch Stimmvergabe für jeden Wähler, beim Kreistag sind es 42 Personenstimmen gewesen, mussten die zahlreichen Wahlhelfer in den Wahllokalen des Landkreises jeden einzelnen Stimmzettel mittels Computer erfassen. Nicht allein zeitraubend, sondern zudem nervenzehrend. Denn viele Augenpaare wachten darüber, dass keine Stimme verloren ging oder womöglich falsch vergeben wurde.

Erst in den späten Nachmittagsstunden des Dienstags waren sämtliche Ergebnisse aus den 143 Stimmbezirken erfasst und der Landeswahlleiter konnte das vorläufige Endergebnis für den Landkreis Südwestpfalz im Internet veröffentlichen. Koalitionsängste bei Christdemokraten, Freien Wählern und Grünen lösten sich von da an in Wohlgefallen auf. Denn die Mehrheit im Kreistag mit insgesamt 22 Sitzen für das Parteiendreiergestirn war wiederum gegeben.

Die Hoffnungen der SPD, dass die CDU für den Bruch der Großen Koalition, die bis zum letzten Jahr im Kreistag Bestand hatte, abgestraft werden würde, erfüllten sich am Wahlsonntag nicht. Dabei mussten die Genossen nicht Ursachenforschung bei anderen Parteien betreiben. Als Volkspartei ist sie auch im Landkreis längst nicht mehr das Zugpferd und büßte selbst einen Sitz ein.

Da half es auch nicht, dass der frühere hauptamtliche Kreisbeigeordnete Peter Spitzer aus Donsieders mit 24 534 Personenstimmen das beste Ergebnis im Landkreis überhaupt als Kreistagskandidat erzielte. Gefolgt übrigens von seinem christdemokratischen Widersacher Christof Reichert, dem CDU-Fraktionssprecher im Kreistag und Landtagsabgeordneten. Der nämlich wartete gleichfalls mit einem imposanten Ergebnis auf, sprengte ebenfalls die 20 000 Marke und verbuchte letztendlich 21 847 Wählerstimmen auf seinem Bewerberkonto. Überhaupt, die Politprominenz des Landkreises gibt sich im künftigen Kreistag ein Stelldichein. Mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Angelika Glöckner wird dabei sogar eine Berliner Mandatsträgerin im südwestpfälzischen Kreistag vertreten sein. Zusammen mit Peter Spitzer (SPD) werden die amtierenden Verbandsbürgermeister Patrick Sema (SPD) von der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben und Wolfgang Denzer (SPD) aus der Verbandsgemeinde Rodalben Landrätin Susanne Ganster und ihrer neu geschmiedeten Koalition die Opposition stellen.

Neben Christof Reichert machte Wolfgang Leidecker aus Waldfischbach-Burgalben einen gewaltigen Sprung nach vorn. Der Mittsechziger war als 15 auf der CDU-Liste nominiert gewesen und verbuchte am Wahlsonntag das drittbeste Ergebnis auf der Parteiliste mit insgesamt 19 115 Stimmen. Umstritten in eigenen Parteikreisen ist der Hermersberger Dirk Palm. Doch ihm zollten die Wähler ebenso offene Anerkennung wie Martina Wagner aus Kleinsteinhausen, die erneut den Einzug ins Kreistagsparlament mit 17 754 Stimmen schaffte. Das gelang auch Tobias Dressler aus Wallhalben, der auf Platz 14 ins Gremium gewählt wurde. Diana Matheis aus Rodalben war als Nummer drei gestartet und erreichte hinter Christof Reichert das zweitbeste Ergebnis bei den Christdemokraten. Der erfahrene Landwirtschaftsmeister Josef Bauer aus Thaleischweiler-Fröschen war als Nummer zwei ins Wahlrennen gegangen und erreichte am Wahlsonntag die viertbeste Stimmenzahl bei der CDU.

Einen Sitz einbüßen musste auch die FDP, wobei deren Urgestein Reinhold Hohn aus Hornbach auch im Nachhinein kein Blatt vor den Mund nahm und das Auflösen der Großen Koalition harsch kritisierte. Jetzt gehören der Senior und Junior Thomas Hohn dem Kreistag an. Letzterer ist am Wahlsonntag in seiner Heimatstadt Hornbach zudem zum Stadtbürgermeister und damit zum Nachfolger des Vaters Reinhold Hohn gewählt worden. Die FDP war jetzt auf 4,9 Prozent gekommen. Die Grünen verloren einen Sitz und sind nur noch mit den gewählten Manfred Seibel, Stefan Kölsch und Barbara Metzger im Gremium vertreten. Die AfD erreichte sechs Sitze, die Freien Wähler Südwestpfalz fünf Sitze. Drei Sitze gingen an BSW, das Bündnis Sarah Wagenknecht.

Korrektur: Wie gestern berichtet, hat Marcus Spies (CDU) mit 451 Stimmen die Ortsbürgermeister-Wahl in Dellfeld gewonnen. Für Erich Buchmann votierten 390 Wahlberechtigte, nicht 490.