CDU feiert ausgelassene Wahlparty

Zweibrücken/Hornbach. Kurz nach 18 Uhr löste sich im Hornbacher Sportheim die Spannung bei den Helfern und Freunden des FDP-Bundestagskandidaten Heinz-Walter Roth. Die erste Hochrechnung wurde noch verhalten bejubelt. Jede weitere Schätzung hob die Stimmung mehr. "Die haben Grund zum Jubeln", sagte der Spielleiter des Sportvereins Hornbach, Wolfgang Wendel

Zweibrücken/Hornbach. Kurz nach 18 Uhr löste sich im Hornbacher Sportheim die Spannung bei den Helfern und Freunden des FDP-Bundestagskandidaten Heinz-Walter Roth. Die erste Hochrechnung wurde noch verhalten bejubelt. Jede weitere Schätzung hob die Stimmung mehr. "Die haben Grund zum Jubeln", sagte der Spielleiter des Sportvereins Hornbach, Wolfgang Wendel. Er und seine Fußballer hatten nach einem Spielabbruch dagegen keinen Grund zur Freude. Anders als der Hornbacher Gerd Penner. Obwohl er nach einer Knieoperation Krücken benötigt, kam er ins Sportheim. "Das muss man mitfeiern", äußerte der seit vielen Jahren für die FDP aktive Kommunalpolitiker. Auch der Zweibrücker FDP-Stadtrat Reinhold Bock war nach Hornbach gekommen, um mit "unserem Kandidaten" zu feiern.Bei der CDU hatte Stadtrat Christian Gauf gleich zwei Gründe sich zu freuen: "Das Ergebnis der CDU ist toll. Und dann haben unsere Handballer ganz hoch gewonnen." Kurz nach 18 Uhr trafen der CDU-Kreisvorsitzende Rolf Franzen und der Fraktionsvorsitzende Eckhart Schiller im Pfälzer Hof zum "Nachwahltreffen" ein. "Wahlparty" wollte er das Treffen im Vorfeld nicht nennen: "Man weiß ja nie, wie es ausgeht." Nach den Hochrechnungen sagte er: "Bei dem Ergebnis hätten wir es aber Party nennen können." Und die Stimmung wurde immer besser. Viele der um 19 Uhr eintreffenden Christdemokraten fragten gleich nach dem Ergebnis. In den Wahllokalen hatten sie nur das ihres Bezirks mitbekommen. Andere hatten Neuigkeiten aus dem Radio. Erst bei der Runde der rheinland-pfälzischen Parteivorsitzenden wurde es ruhiger. Vor allem die Worte des Landesvorsitzenden Christian Baldauf vernahmen sie mit nickendem Zustimmen.

In der Verwaltung der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land warteten Bürgermeister Kurt Pirmann (SPD) und der Beigeordnete Herbert Schmidt (CDU) auf das Gesamtergebnis. Das von der Kreisverwaltung auszuzählende Briefwahlergebnis musste nachgezählt werden. Pirmann hatte vorsorglich Kuchen "mit viel Schokolade" bestellt. Pirmann: "Da sind Glückshormone drin."

 Erstwähler Steven Hörner bei seinem ersten Wahlurnengang im Rathaus. Foto: Jörg Jacobi
Erstwähler Steven Hörner bei seinem ersten Wahlurnengang im Rathaus. Foto: Jörg Jacobi

Tiefes Entsetzen herrschte im Gasthaus Drumm bei den Zweibrücker Sozialdemokraten, als die erste Prognose über den Bildschirm flimmerte. Mit einem solch deutlichen Absturz ihrer Partei hatten die Genossen, die sich zur Wahlparty getroffen hatten, nicht gerechnet. "Die SPD als Garant der sozialen Gerechtigkeit kam in der Großen Koalition zu negativ rüber", machte der Zweibrücker Parteichef Fritz Presl als einen Grund für das Ergebnis aus. Die Freude über ein schwarz-gelbes Bündnis werde nicht von Dauer sein, da die FDP in der Koalition ihre Ziele durchsetzen werde. Presl fürchtet starke Einschnitte im sozialen Bereich. So werde es seiner Auffassung nach vor allem im Gesundheitswesen zu Belastungen der "kleinen Leute" kommen. Als Beispiel nannte er die Kopfpauschale. Walter Rimbrecht kritisierte, dass sich seine Partei in der Großen Koalition vorführen ließ. So habe die CDU sogar die außenpolitischen Erfolge des Kanzlerkandidaten für sich proklamiert. Die SPD hätte klar für eine linke Mehrheit in Deutschland kämpfen müssen. sf/nob