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Bundeswehr hilft bei Corona-Nachverfolgung

Corona in der Südwestpfalz : Bundeswehr hilft bei Nachverfolgung

Sechs Soldaten sind vorerst bis 4. Dezember abkommandiert – gestern sind acht neue Corona-Fälle hinzugekommen.

Ab Mittwoch erhält der Landkreis Südwestpfalz Hilfe von der Bundeswehr. „Ich bin dankbar, dass uns die Bundeswehr ab morgen in der Kontaktnachverfolgung unterstützen wird“, freut sich Landrätin Susanne Ganster. Diese Hilfe ist sozusagen Plan B, eigentlich hatte man auf medizinische Unterstützung gehofft. Jetzt werden sechs Soldatinnen und Soldaten vorläufig Dienst am Telefon tun.

Im Gesundheitsamt verbessert sich dadurch laut Kreisverwaltung die Lage in der aktuell angespannten Situation, Kontakte von positiv Getesteten möglichst eng nachzuverfolgen und entsprechende Maßnahmen wie Quarantäne und Tests zu veranlassen. Mit der steigenden Anzahl der Fälle und terminierter Tests hatte der Landkreis Südwestpfalz einen Hilfeleistungsantrag beim Landeskommando Rheinland-Pfalz gestellt. 

Die Soldatinnen und Soldaten des Artillerielehrbataillon 345 aus Idar-Oberstein unterstützen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, verschiedener Abteilungen der Kreisverwaltung, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Rheinland-Pfalz, über das Robert Koch-Institut akquirierte Containment-Scouts sowie Ehrenamtliche und Mitarbeiter der Stadtverwaltungen. Die Soldaten haben sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet. Ihre Aufgabe wird sein, positiv getestete Personen über ihr Ergebnis zu informieren und Folgemaßnahmen wie Quarantäne im Auftrag des Gesundheitsamtes auszusprechen oder Kontaktpersonen der Infizierten zu erfragen. Die sechs Soldaten sollen zunächst bis zum 4.Dezember bleiben.

Den Soldaten und den übrigen Helfern wird die Arbeit so schnell nicht ausgehen. Nach aktuellem Stand  haben sich im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes acht weitere Corona-Fälle bestätigt. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) stuft den Landkreis mit einer Inzidenz von 111,8 aktuell in der Risikostufe rot ein. Die aktuelle Lage des LUA für den Warn- und Aktionsplan sieht die Städte Pirmasens (57,2) und Zweibrücken (52,6) in der Risikostufe rot. 

Jeweils eine Infizierte aus den Verbandsgemeinden Rodalben und Pirmasens-Land war als Kontaktperson ersten Grades (KP I) bereits in häuslicher Quarantäne. Zwei Personen in der Verbandsgemeinde Dahn wurden positiv getestet, nachdem sie Besuch aus dem Bereich eines anderen Gesundheitsamtes hatten. Für die weiteren Fälle waren zum Zeitpunkt der Meldung die Infektionsquellen noch nicht ermittelt. Die Terminhotline war in der abgelaufenen Woche auch am Wochenende erreichbar und wurde von 181 Personen wegen eines Tests angefragt. In der Vorwoche waren es noch 153 Anrufe. Die Anzahl der vergebenen Termine ist im gleichen Zeitraum mit 193 gegenüber 228 in der Vorwoche leicht rückläufig. Nachdem am Vortag zu 413 KP I Kontakt durch das Gesundheitsamtes zu halten war, mussten heute 442 KP I in Quarantäne angerufen werden. Aktuell sind 160 Fälle aktiv, 28 weniger als am Vortag.

Insgesamt wurden bis heute 710 Personen im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamts Südwestpfalz positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet. Bislang sind im Bereich des Gesundheitsamtes vier Personen mit Corona-Infektion verstorben.

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