Bürger sollen mehr mitbestimmen

Zweibrücken. Die Flughäfen in Zweibrücken und Ensheim sollen stärker zusammenarbeiten. Das fordert Robert Drumm, der Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen Linken für die Landtagwahl im kommenden März. Bei einem Einzug seiner Partei in das Parlament will er die von Mainzer Seite abgebrochenen Gespräche sofort wieder aufnehmen

Zweibrücken. Die Flughäfen in Zweibrücken und Ensheim sollen stärker zusammenarbeiten. Das fordert Robert Drumm, der Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen Linken für die Landtagwahl im kommenden März. Bei einem Einzug seiner Partei in das Parlament will er die von Mainzer Seite abgebrochenen Gespräche sofort wieder aufnehmen. Mit einem gemeinsamen Konzept könnte nicht nur Geld eingespart werden, sondern auch den Menschen in der Region ein besseres Angebot bereitgestellt werden. Großes Lob zollt Drumm der Entwicklung auf dem Zweibrücker Flugplatzgelände: " Es hat sich zu einem der größten Arbeitgeber in der Westpfalz entwickelt, der hauptsächlich sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen anbietet." Ein wichtiges Thema bei der Wahl sei auch der zu erwartende Bevölkerungsrückgang: "Dem müssen wir effektiv entgegenwirken." Hier seien vor allem Arbeitsplätze gefragt, die der Kandidat mit einer gezielten Förderung von Handwerkern und Kleinbetrieben schaffen will: "Wir müssen aber darauf achten, dass die Unternehmer nach der Förderung nicht in das nächste Gebiet weiterziehen." Die Kommunen müssten auch dafür sorgen, dass die Bürger mit der Region und der Politik zufrieden sind.Reform "für die Tonne""Auch diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, müssen in der Gemeinde Halt finden." Dafür sollten unter anderem Sozialpässe und -ticktets eingeführt werden, mit denen es Ermäßigungen für Veranstaltungen und Fahrkarten gebe. Drumm spricht sich allerdings gegen Essensausgaben von den Tafeln aus: "Das ist Aufgabe des Staates, der den Menschen ein am Bedarf orientiertes Grundeinkommen geben sollte." Hart ins Gericht geht der Landtagskandidat mit der geplanten Gebietsreform: "Die gehört sofort in die Tonne." Die Liste der aufzulösenden Verbandsgemeinden - darunter auch Wallhalben - sei rein im Rahmen der Parteibuchpolitik erstellt worden: "In den wenigsten gibt es eine SPD-Mehrheit." Drumm fordert eine Struktur- und Verwaltungsreform, die diesen Namen auch verdiene: "Dabei sollten alle Ebenen und Aufgaben einbezogen werden. Das Ganze sollte von einer parteiunabhängigen Kommission beleuchtet werden." Die rheinland-pfälzischen Linken setzen sich zudem für eine Verlängerung der S-Bahn Rhein-Neckar nach Zweibrücken ein. Hierfür sollte umgehend die Bahnstrecke zwischen Homburg und der Rosenstadt reaktiviert werden: "Die Mobilität der Menschen muss gewährleistet sein." Das müsse vor allem durch den weiteren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs realisiert werden. Einen weiteren Ausbau der Bundesstraße B 10 lehnt Drumm ab: "Das wäre ein schlimmer Eingriff in die Natur."Besonders am Herzen liegt den Linken eine stärkere Beteiligung der Bürger. Dies müsse in Form von deutlich mehr kommunalen und landesweiten Volksentscheiden geschehen. Aber die Einwohner einer Kommune sollten auch in jedem Jahr mitbestimmen können, welche Projekte in den jeweiligen Haushalt aufgenommen werden.

Zur PersonRobert Drumm wurde am 3. Februar 1951 in Kusel-Diedelkopf geboren. Nachdem er eine Malerlehre absolviert hatte, war er zwölf Jahre als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Danach welchselte er zur Kreisverwaltung Kusel. Derzeit ist der Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen Linken Leiter des Personalwesens in der Westpfalzklinik in Kusel. Drumm ist verheiratet und hat zwei Töchter. Von 1973 bis 1999 war er Mitglied der SPD. Er verließ die Partei wegen deren Beschluss, die Bundeswehr im Kosovo einzusetzen. Von 1993 bis 2009 war er Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Ruthweiler und ist seit 1984 Mitglied verschiedener kommunaler Räte (unter anderem Ortsgemeinde- und Verbandsgemeinderat - seit 2009 Kreistag). Seit Juni 2007 ist Drumm Mitglied der Partei "Die Linke". Deren Kuseler Mitglieder wählten ihn vor zwei Jahre zu ihrem Kreisvorsitzenden. Dem Kreisverband Kusel gehören derzeit über 90 Mitglieder an. Am letzten Samstag wurde Drumm in einer Kampfabstimmung gegen den Pirmasenser Frank Eschrich auf Platz eins der Landesliste gewählt. nob