Bürger sauer über Kahlschlag

Baumfällarbeiten am Althornbacher Radweg stoßen Anwohnern sauer auf – Klein: Schwer, es jedem recht zu machen

Zur Jahreswende bereits und Anfang Januar wurden beim Radweg zwischen Zweibrücken und Hornbach auf Althornbacher Gemarkung Bäume gefällt und hohes Strauchwerk an den Wegrainen beseitigt. Die Baumfäll- und Rodungsarbeiten führte ein Unternehmen aus, das sich auf derartige Arbeiten spezialisiert hat. Betroffen davon ist aber nicht nur der Radwegeabschnitt. An vielen Wirtschaftswegen wurden gleichfalls solche "Freischneidungsarbeiten" durchgeführt, die nach Meinung zahlreicher Bürger das notwendige Maß jedoch erheblich überschritten haben.

Für Joachim Lüttge ist da etwas aus dem Ruder gelaufen, wurden Natur und Tierwelt Schäden zugefügt, die sich so schnell nicht ausheilen lassen. Für das Grün im Ort und drumherum hat sich der engagierte Bürger schon vor Jahrzehnten aktiv eingesetzt. Zum Beginn der 80er Jahre sorgte Lüttge nach eigenen Angaben dafür, dass mehr als 50 Bäume und über ein dutzend Sträucher im Ort und dem Ortsrand gepflanzt wurden - beim damals neu angelegten Spielplatz vor dem Schützenhaus und der Tennissportanlage. Einen Bereich, welchen die Arbeiter des beauftragten Unternehmens jetzt gleichfalls nicht schonten. Lüttge: "Wir waren über eine Woche aktiv. Da sind hunderte von freiwilligen Arbeitsstunden zusammen gekommen. Lüttge ist sauer. Mit den Kleinen des Kindergartens sei er über Jahre in den Wald gegangen, um sie mit der Natur, dem Leben im Wald vertraut zu machen.

Bei Lintrud Schmidt stößt die Gemeindeaktion gleichfalls nicht auf Gegenliebe. "Verkehrssicherungsmaßnahmen sind kein Thema. Die müssen allgemein akzeptiert werden. Doch mir fehlt ganz einfach das Augenmaß." Am Ende des Hausgartens seien von ihr vor zig Jahren Fichten gepflanzt worden. Sie räumt ein, dass diese Bäume gewiss nicht typisch für die Region seien, aber die sie hätten voll und ganz ihren Zweck erfüllt. Sie seien ein Wind- und Sichtschutz für das eigene Grundstück gewesen und als Gegenleistung habe man dafür die Böschung am Radweg wie den unten verlaufenden Entwässerungsgraben freigehalten. "Das werden wir künftig nicht mehr machen, wir sind nicht einmal von den Arbeiten in Kenntnis gesetzt worden."

Für Ortsbürgermeisterin Ute Klein sind die Unmutsbekundungen aus der Bevölkerung allerdings nur teilweise nachvollziehbar. "Wir haben am Radweg eine besondere Verkehrssicherungspflicht. Dort standen viele verzwieselte Bäume, die wir fällen mussten, weil sie eine Gefahr für die Sicherheit waren. Daneben haben Bäume mit ihrem Wurzelwerk den Asphalt am Radweg hochgedrückt." Dies sei ebenfalls ein Problem. Zudem hätten sich die Bauern beschwert, dass die Wirtschaftswege nicht mehr befahrbar seien, weil sie zugewachsen seien. "Jetzt haben wir freigeschnitten und wieder ist das nicht passend", stellt sie fest. Sie frage sich, wie es jedem Bürger recht zu machen sei.