Bremst Rechnungshof IGS Contwig?

Bremst der Landesrechnungshof eine schnelle Erweiterung der Integrierten Gesamtschule Contwig (IGS) aus? Weil die Prüfungsbehörde vom Bildungsministerium für eine Vorabprüfung alle Unterlagen angefordert hat, sieht Landrat Hans Jörg Duppré diese Gefahr – und ist aktiv geworden.

Landrat Hans Jörg Duppré (CDU ) hat Schulaufsicht und Mainzer Bildungsministerium um Unterstützung gebeten, die Aus- und Umbaupläne für die IGS Contwig möglichst zeitnah als förderfähig anzuerkennen.

"Ohne eine Förderzusage können wir keine Aufträge vergeben, die mit der Schulerweiterung zusammenhängen", erklärte der Landrat am Mittwoch im Kreisausschuss das Problem. Solange der Landesrechnungshof aber mit der Vorabprüfung des Schulbauprojektes beschäftigt ist, wird im Ministerium beziehungsweise bei der Schulaufsicht der ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) keine Entscheidung getroffen, ob und wie die IGS-Erweiterung gefördert wird.

In Gefahr gerate dadurch der Baufortschritt, warnte Duppré. Dabei habe es der Landkreis als Schulträger eilig - denn durch die genehmigte Oberstufe verschärfe sich das Platzproblem in Contwig noch. Die Probleme und die Dringlichkeit der IGS-Erweiterung habe er dem Bildungsministerium deutlich geschildert, berichtete der Landrat. Das Ministerium sei daraufhin beim Landesrechnungshof vorstellig geworden. Aktuell habe der Rechnungshof nun signalisiert, dass die Schulaufsicht sich mit den Förderanträgen beschäftigen könne. Nun gelte es noch abzuklären, ob erste Aufträge vergeben werden können, die sich nicht auf die Förderzusage der Landesregierung auswirken.

Betroffen von dieser Situation waren schon zwei Auftragsvergaben für die IGS Contwig am Mittwoch im Kreisausschuss - zwar haben die Ausschussmitglieder grünes Licht gegeben, aber nur unter der Bedingung, dass von der Schulaufsicht die Förderzusage kommt. Erst dann will der Landrat die Aufträge vergeben.

Einmal handelt es sich um eine Nachtragsvergabe für die Freisportanlage, die eingezäunt werden soll, was bislang nicht geplant war. Für knapp 58 000 Euro soll die Firma "Kempf 2" einen Stabzaun aus Metall aufstellen, wobei das Schulgelände und die neue Freisportanlage von der Oberauerbacher Straße frei zugänglich bleiben sollen. Das Saarbrücker Unternehmen, das die Freisportanlage baut, soll die Zaunbauarbeiten zusätzlich ausführen - zuvor wird der Landrat aber prüfen, ob es günstigere Versionen gibt.
Teure Überraschung

Richtig teuer wird ein zweiter nachträglicher Bauauftrag an der IGS Contwig, der in Zusammenhang mit der Freisportanlage steht. 270 000 Euro kostet ein Regenrückhaltebecken mit einem Stauraum von rund 230 Kubikmeter, das als Tank im Boden versenkt werden soll. Das Planungsbüro hat nämlich festgestellt, dass bei starkem Regen der vorhandene Straßenkanal das Oberflächenwasser nicht ungebremst aufnehmen kann. Wenn dieses Rückhaltebecken gebaut und an den Kanal angeschlossen wird, sollen gleichzeitig auch Abwasserentsorgungsarbeiten für den künftigen Neubau gemacht werden. Der Kreisausschuss hat ein Nachtragsangebot von "Kempf 2" angenommen.
Drei weitere Aufträge

Drei weitere Schulsanierungsaufträge, die in den Sommerferien realisiert werden sollen, hat der Kreisausschuss in der Sitzung vergeben: Für 106 000 Euro erhält die Scherer KG aus Höheischweiler den Auftrag, einen mit Blei belasteten Trinkwasserstrang in der IGS Waldfischbach-Burgalben zu sanieren. Das Unternehmen war der einzige Bieter, was Duppré darauf zurückführt, dass Aufträge für die Sommerferien nicht beliebt sind bei Handwerkern. Die Sanierung der Beleuchtung in der Sporthalle der IGS Thaleischweiler-Fröschen übernimmt die Vema Elektro GmbH aus Donsieders für knapp 124 000 Euro. Und mit der Netzwerkverkabelung in den Klassensälen der Realschule plus in Hauenstein wird Stoller-Elektro aus Pirmasens für 48 000 Euro beauftragt.