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Björn Bernhard bleibt Chef der CDU in ZW-Land

Neuwahlen beim CDU-Gemeindeverband : „Wir müssen uns neu aufstellen“

Die CDU im Zweibrücker Land gibt sich regional selbstbewusst und bundespolitisch selbstkritisch.

Die fälligen Vorstandswahlen des CDU-Gemeindeverbandes von Zweibrücken-Land wurden zu einem großen Geschlossenheits-Beweis. Nicht allein für den alten und neuen Vorsitzenden Björn Bernhard, der ohne Gegenstimme oder Stimmenthaltung in seinem Amt bestätigt wurde. Nein, die wenigen Gegenstimmen, in keinem Fall mehr als drei, sind auch von den weiteren Mandatsträgern „zu verkraften“ gewesen. Die Stellvertretung für den Vorsitzenden hatten bisher zwei Stellvertreter inne, sie wurde auf drei erweitert. 

Kritisch und kämpferisch gab sich der wiedergewählte Vorsitzende Bernhard, der die Verluste seiner Partei bei Land- und Bundestagswahl nicht schön redete, dafür zugleich auf eine gute Arbeit im Verbandsgemeinderat verwies, wo für die Bürger Politik gemacht werde. Digitale Verwaltung, Car-Sharing, Übernahme des Kindergartenpersonals in die Verantwortung der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, an Schlagworten und beispielgebenden Arbeitsfeldern, wo sich etwas für die Bürger und Ortsgemeinden tue, mangelte es Bernhard nicht.

Auch nicht am Erwähnen von Baustellen, die sich etwa beim Digitalisieren der Verwaltung aufgetan habe. Zukunftsorientiert ging der Blick des Gemeindeverbandsvorsitzenden bereits ins Kommunalwahljahr 2024. Stärkste Fraktion im Verbandsgemeinderat zu werden sei nur mit Geschlossenheit innerhalb der Partei erreichbar und dazu forderte Björn Bernhard geradezu beschwörend alle auf. Es gelte noch mehr als bisher, die Bürger dieser Region in der Parteiarbeit mitzunehmen, das politische Ohr an der Basis zu haben, so die Forderung von Björn Bernhard in seinem Rechenschaftsbericht eindringlich.

Landrätin Susanne Ganster nutzte bei ihrem Grußwort die Gelegenheit, den Blick auf wichtige Veränderungen bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz zu lenken. Im Mittelpunkt dabei das neue Kreisentwicklungskonzept und der erfolgreiche Start bei einer Vielzahl der 84 Ortsgemeinden im „Dorfcheck“. Susanne Ganster sieht darin nicht nur eine Dorfinventur, sondern auch die Möglichkeit, die Dörfer und Ortschaften für die Zukunft fit zu machen. Für den Landkreis komme es zu einer Zäsur, es gelte, sich neu aufzustellen, so die Landrätin, die dies auch begreifbar zu machen wusste. Wichtige Entscheidungen aus der Planungsgemeinschaft Westpfalz die das Gewerbegebiet „Steitzhof“ betrafen, hatte Susanne Ganster mit im Gepäck und zudem die Botschaft, dass der Pfälzerwald auch weiterhin von Windrädern verschont bleibt. 

Kein Schönreden von Parteiproblemen gab es auch für den CDU-Kreisvorsitzenden und finanzpolitischen Sprecher der Landtagsfraktion Christof Reichert, der zu erklären wusste, warum die Partei auf Landes- und Bundeseben in einer Krise steckt. „Wir müssen uns neu aufstellen, wir müssen lernen, kampagnenfähig zu werden!“