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Biedershausen macht beim Dorfcheck mit

Dorfentwicklung : Biedershausen setzt auf den Dorfcheck

Der Gemeinderat erhofft sich von der Teilnahme neue Impulse für die Dorfentwicklung.

Für die Sanierung und bauliche Erneuerung des Grillplatzes am Dorfrand von Biedershausen legen sich Ortsbürgermeister Christian Bühler und die Ratsmitglieder mächtig ins Zeug. Es ist ein zweiter Anlauf für dieses Projekt. Amtsvorgänger Thomas Büffel hatte in der eigenen Amtszeit bereits versucht, mit einer Generalsanierung des kleinen Freizeitparks am Dorfrand dem Dorfleben neue Impulse zu geben und einen Mittelpunkt für die jüngere und ältere Dorfjugend zu schaffen. Das soll jetzt im Rahmen des „Dorfchecks“ erneut angestoßen und erfolgreich abgeschlossen werden.

Dorfcheck. Für die Orte des Landkreises Südwestpfalz derzeit ein Projekt mit gewisser Anziehungskraft. Beim Dorfcheck, der Name deutet es bereits an, kommt das dörfliche Leben auf den Prüfstand. Ortsbürgermeister Christian Bühler konnte zu diesem Beratungspunkt dem Gremium darüber Bericht erstatten, dass bei einer Dienstbesprechung der Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister Landrätin Susanne Ganster diesen „Dorfcheck“, welchen das Land entsprechend initiiert und fördert, vorstellte.

Kleine Ortschaften im Land sollen eine Zukunftschance bekommen. Mit professioneller Unterstützung werden die teilnehmenden Orte unter die Lupe genommen sie sozial, infrastrukturell und baulich auf den Prüfstand gehoben und, wenn es möglich ist, fit für die Zukunft gemacht. Dieser Dorfcheck ist kein einfach übergestülptes Untersuchungsprogramm. Nein, alles geschieht im Einvernehmen mit den Kommunalpolitikern vor Ort und insbesondere gemeinsamen mit der Bevölkerung. Bei den Kleinsten begonnen bis hin zu den Senioren. Christian Bühler: „Es wird auch nach dem Vorbild der Dorfmoderation eine Möglichkeit geben, wie unsere Bürger frei sagen können was ihnen gefällt, wo es hakt und was sie für verbesserungswürdig halten“.

Zu dieser Grundlagenerforschung sollen Fragebögen an die Dorfbewohner verteilt und ausgewertet werden. Zudem gibt es innerhalb des „Dorfchecks“ das direkte Gespräch. In acht Modellgemeinden haben die Landesverantwortlichen bereits reichlich Erfahrung sammeln können. Die Testphase des vom Land auf den Weg gebrachten Programms ist längst abgeschlossen, sie war im Herbst 2014 angelaufen. Die Testorte aus den verschiedenen Verbandsgemeinden waren schwerpunktmäßig in der Eifel angesiedelt.

Bei der vom Ortsbürgermeister erwähnten Dienstbesprechung hatte es geheißen, dass sich mehr als die Hälfte der mehr als 80 Ortschaften aus dem Landkreis Südwestpfalz für diesen Dorfcheck melden sollten, damit auch die Orte des Landkreises Südwestpfalz an diesem Prüfprogramm  partizipieren können. Das sei inzwischen längst geschehen, in manchen Ortschaften  wie in Biedershausen sei wegen der Corona-Pandemie allerdings noch nicht die förmliche Zustimmung durch den Ortsgemeinderat erfolgt.

Große finanzielle Belastungen muss die Ortsgemeinde durch die Teilnahme amDorfcheck nicht erwarten. Allgemein wird mit einem Kostenanteil von 2000 Euro gerechnet. 70 Prozent dieser Kosten würde jedoch der Landkreis Südwestpfalz übernehmen und nur den Restbetrag muss die Gemeinde aus dem eigenen Haushalt finanzieren. „Das Geld muss es uns wert sein eine Standortbestimmung für unsere Ortsgemeinde zu machen. Wir hatten ja schon einmal einen Dorferneuerungsplan und wenn wir an diesem Dorfcheck nicht teilnehmen und auch die Dorferneuerung versagen, haben wir keinen Anspruch auf Fördergelder“.

Thomas Büffel, befürwortete die Teilnahme auf Anhieb und auch Ingrid Sefrin, erstes weibliches Ratsmitglied im sonst reinen Männergremium des Ortes fand es toll, dass bei diesem „Dorfcheck“ vielleicht wieder neue Ideen dafür geboren werden, wie der Ort noch attraktiver gemacht werden kann. Ein Rundwanderweg schwebt ihr schon lange vor, dazu bedarf es allerdings der unbedingten Mithilfe der Ortsgemeinde Winterbach.

Der Kinderspielplatz, darin waren sich alle einig, sei derzeit ein Vorzeigeobjekt (wir berichteten bereits). Ortsbürgermeister Christian Bühler erinnerte bei der Gelegenheit daran, dass sich vielleicht doch auf solchem Wege eine Chance bietet, nach dem Schmitshauser Vorbild auf dem höchsten Gemarkungspunkt eine Aussichtsplattform zu schaffen, die einen herrlichen Blick auf die Sickingerhöhe freigibt. Das in der Amtszeit des früheren Ortsbürgermeisters Heini Hüll geschaffene kleine Freizeitgebiet am Dorfrand mit Grillhütte, könnte gleichfalls wieder in Schuss gebracht werden. Bühler: „Mit viel Eigenleistung wäre da schon was zu machen.“