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Bewährungsstrafe für 55-jährigen Dealer aus Wattweiler

Bewährungsstrafe für 55-jährigen Dealer aus Wattweiler

Zweibrücken. Mit einer Bewährungsstrafe ist ein 55-jähriger Mann aus Wattweiler davongekommen, der in der Zeit von Juni bis Oktober vergangenen Jahres in Zweibrücken mit Rauschgift gehandelt hatte. Das Amtsgericht Zweibrücken verurteilte den Dealer am Freitag zu einem Jahr und neun Monaten Haft, die er jedoch nicht antreten muss

Zweibrücken. Mit einer Bewährungsstrafe ist ein 55-jähriger Mann aus Wattweiler davongekommen, der in der Zeit von Juni bis Oktober vergangenen Jahres in Zweibrücken mit Rauschgift gehandelt hatte. Das Amtsgericht Zweibrücken verurteilte den Dealer am Freitag zu einem Jahr und neun Monaten Haft, die er jedoch nicht antreten muss.

14 Mal Drogen verkauft

Der Angeklagte räumte ein, dass er in 14 Fällen Drogen verkauft hatte. Dabei habe es sich allerdings nur um äußerst geringe Mengen Marihuana oder Haschisch gehandelt (ein bis zwei Gramm). Lediglich am 13. Oktober, bei seiner Festnahme, habe er versucht, 99 Gramm Haschisch für 600 Euro zu verkaufen. Der 55-Jährige beteuerte, dass er selbst keine Drogen konsumiere. Warum der einschlägig vorbestrafte Dealer nach über einem Jahrzehnt wieder rückfällig wurde, konnte er nur schwer erklären. "Ich wollte meine Kasse etwas aufbessern", nannte er als Grund für die Straftaten.

Staatsanwalt forderte Haft

Für den Staatsanwalt war nach dem umfassenden Geständnis der Fall klar. Er forderte für den Wattweiler dreieinhalb Jahre Gefängnis. Verteidiger Walter Höh argumentierte: "Das Geständnis kann im Fall meines Mandanten gar nicht hoch bewertet werden." Es müsse die Frage gestellt werden, was dem Angeklagten hätte nachgewiesen werden können, wenn er dieses nicht abgelegt hätte. Zudem seien Marihuana und Haschisch so genannte weiche Drogen. Höh plädierte auf eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren Gefängnis.

Der Dealer versicherte, dass er nicht mehr rückfällig werden wolle: "Ich werde auch langsam zu alt dafür." Das Gericht schloss sich der Argumentation des Anwaltes an. "Der Tatnachweis wäre schwierig zu führen gewesen", so Richter Stefan Pick. Beim Strafmaß dürften nicht "die Preise verdorben werden". Zum Antrag des Staatsanwaltes meinte Pick: "Wir wären über das Ziel hinaus geschossen, wenn wir ihm gefolgt hätten." nob