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Bewährungsstrafe als Schuss vor den Bug

Bewährungsstrafe als Schuss vor den Bug

Südwestpfalz

Südwestpfalz. Sie habe keine Bedenken, dass der 22-jährige Angeklagte seine erste Bewährungsstrafe als Schuss vor den Bug versteht und von weiteren Straftaten absieht, um die sechsmonatige Haft nicht absitzen zu müssen, so Richterin Sabine Wilhelm im Verfahren am Amtsgericht Pirmasens gegen den berufslosen jungen Mann, der bisher wegen Schwarzfahrten mit dem Zug lediglich zu Geldstrafen verurteilt worden war. Neben der erneuten Leistungserschleichung hat sich der junge Mann aus dem Landkreis Südwestpfalz im Jahr 2010 auch wegen Betrugs schuldig gemacht, denn er hat zwei iPhones beim Internetauktionshaus Ebay angeboten und 700 Euro kassiert, ohne die Handys rauszuschicken. Er muss nun an beide Geschädigten jeweils 15 Euro pro Monat Schadenswiedergutmachung leisten - was der geständige und reuemütige Angeklagte mit dem Urteil akzeptiert hat. Das gilt auch für sieben Schwarzfahrten mit dem Zug zwischen Hauenstein, Landau und Neustadt.Aufgrund seiner Spielsucht habe er die Betrugsfälle begangen und dann auch kein Geld mehr für die Zugfahrten gehabt, um von A nach B zu gelangen, sagte der Angeklagte, der als Aushilfe im Einzelhandel auf 400-Euro-Basis arbeitet, bis er eine Ausbildungsstelle hat. Von einer Auflage, eine Therapie gegen seine Spielsucht vorzuweisen, habe sie zwar abgesehen, so Richterin Sabine Wilhelm, doch sollte er in seinem Interesse mit dem Bewährungshelfer zusammenarbeiten, der ihm sicher auch bei der Spielsucht helfen könne. dir