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„Benefizschwimmen für die Flutopfer“ im Ahrtal im Freibad Contwig

Benefizaktion im Freibad „Con Aqua“ in Contwig : 193 000 Meter für Flutopfer geschwommen

Ausgerechnet das Wetter spielte im Freibad „Con Aqua“ in Contwig beim „Benefizschwimmen für die Flutopfer“ nicht mit. Trotzdem kamen über 150 Besucher. Mit Hilfe zahlreicher weiterer Spender steht man kurz davor, die angestrebte Summe zu erreichen.

Viele spendenwillige Wasserraten trotzten der kalten Witterung am Sonntag und pilgerten in ansprechender Zahl zum Benefizschwimmen der Verbandsgemeinde im Warmfreibad „Con Aqua“ Contwig, das die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land dort in enger Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Contwig und der DLRG-Ortsgruppe Contwig organisiert hatte. Unter dem offiziellen Motto „Benefizschwimmen für die Flutopfer“ wurde Geld für Hochwasser-Geschädigte im Ahrtal erschwommen und gesammelt

Der magischen Spendenmarke von 15 000 Euro, Verbandsbürgermeister Björn Bernhard sah darin ganz persönlich seine „Traummarke“, ist man ein Riesenstück näher gekommen. Noch am Montag gingen Spenden ein. Um das „erträumte“ Spendenergebnis zu erreichen fehlen nur noch einige hunderte Euro.

Besseres äußere Bedingungen hätte sich Björn Bernhard zum Benefizschwimmen am Sonntag (10 bis 18 Uhr) allemal vorgestellt. Rein der Sache wegen hätte Petrus ein Einsehen schon haben müssen, doch das Wetter zähle nun mal zu jenen Bereichen, die von Menschenhand nicht beeinflussbar seien, so der Verwaltungschef von Zweibrücken-Land, der zugleich lobende Worte fand. Für jene Aktionsunterstützer, die sich nicht vom Wetter abhalten ließen und ins Schwimmbecken stiegen, wie auch denjenigen, die nicht aktive Mitschwimmer bei dieser Benefizveranstaltung wurden, aber dennoch zur Veranstaltungsstätte kamen um dort ganz persönlich ihre Spende abzugeben.

„Großartig, dass unser Bemühen, den Flutopfern zu helfen, doch auf sehr fruchtbaren Boden gefallen ist. Ich bin hocherfreut und dankbar, dass schon am Vormittag so viele Mitstreiter den Weg ins Con Aqua gefunden haben“, stellte Björn Bernhard bereits bei der offiziellen Begrüßung fest.

Mit dieser offenkundigen Euphorie steckte der Verbandsbürgermeister die weiteren Mitstreiter an, etwa die Vielzahl von DLRG’ler, mit ihren knallroten T-Shirts bunte Farbtupfer an diesem fast schon herbstlich grauen Sonntagvormittag waren.

Oder Schwimmmeisterin Jutta Döring, als dienstälteste des Badepersonals ohnehin die „Seele“ des Warmfreibades: „Heute wollen sie alle gerne ins Wasser – denn dort ist es wärmer wie draußen,“ so augenzwinkernd die schlagfertige Schwimmmeisterin, die fast von ersten Tag an Führungsaufgaben übernahm und seit Jahrzehnten an verantwortlichster Stelle des Bedienungspersonals zu finden ist.

Tatsächlich lag die Wassertemperatur bei 26,5 Grad, derweil es ansonsten eine Außentemperatur von gerade mal 13,5 Grad zu verzeichnen gab.

Früh schon hatten sich die Aktiven der DLRG-Ortsgruppe zusammen mit dem Nachwuchs ins aufgewärmte Wasser gestürzt. Günter Bäcker, einer der Dauerbadegästen im „Con Aqua“, zog beim gleichmäßigen Brustschwimmen seine Bahnen und apostrophierte es als eine gute Idee, eine solche Veranstaltung zu organisieren.

Für „Dauerbadegast Nummer eins“ Marianne Maurer war es gleichfalls überhaupt kein Thema, an diesem Sonntag vom üblichen Tagesprogramm abzuweichen und nicht zum Schwimmen von der Feldstraße aus zum Warmfreibad am entgegenliegenden Ortsende zu radeln und dort wie täglich 1000 Meter schwimmend zurückzulegen.

Diese Distanz unter 30 Minuten zu schaffen, ist eine persönliche Herausforderung für Ortsbürgermeisterin Nadine Brinette bei diesem Benefizschwimmen gewesen. „Im Familienverband ging ich Wetten ein, dass ich das schaffe. Mein lieber Gatte Richard meinte zwar nein, die Kinder jedoch stachelten mich an und und stärkten mir den Rücken – Mama, du schaffst das!“ Die Höhe der Wettschuld, welche Richard Brinette nun zu erbringen hat, bleibt zwar ein Familiengeheimnis – für Nadine Brinette war es aber ein insgesamt großartiger Tag, weil sie ganz locker die Zeit unterbieten konnte.

Dabei hatte sie beim obligatorischen Start mit der Politprominenz auf den Startblöcken regelrecht „verpennt“. Neben Ortsbürgermeisterin Brinette stürzten sich Verbandsbürgermeister Björn Bernhard, die Verbandsgemeinde-Beigeordneten Thomas Hohn und Bernd Hofer zusammen mit Ratsmitglied Volker May und dem Vorsitzenden der DLRG-Ortsgruppe Contwig Dominik Deutschmann in das Schwimmbecken (siehe unser Foto in der Montagausgabe). Allein der Verbandsgemeinde-Beigeordnete David Betz kam im feinen Sonntagszwirn zur Benefizveranstaltung und musste später neidlos anerkennen, dass die Ortsbürgermeisterin auch im Wasser eine gute Figur abgegeben hat. Deren Konzentration lag bei diesem Benefizschwimmen gänzlich beim gesteckten Ziel. Brinette zog gleichmäßig ihre Bahnen, wendete flüssig an den Beckenrändern und konnte damit einen persönlichen Rekord für sich verbuchen, vom persönlichen Spendenwert einmal ganz abgesehen.

Durch insgesamt 30 Sponsoren aus der Region und vielen Privatspendern war die Spendensumme bereits vor dem eigentlichen Benefizschwimmen am Sonntag auf rund 10 000 Euro angewachsen. Firmensponsoren und viele weitere Spender gaben einer festen Spende für die Flutopfer im Ahrtal den Vorzug vor der Übernahme von Spenden für jede geschwommene 25-Meter-Bahn. Die über 150 Badegäste schwammen zusammen 193 000 Meter. Am Sonntag wurde das komplette Eintrittsgeld zusammen mit weiteren Spendenbeträgen aufaddiert. 13 566,73 Euro wurden insgesamt verbucht. Verbandsbürgermeister Björn Bernhard will die Spendenaktion noch nicht abschließen, hegt vielmehr noch die Hoffnung, dass sein „Traumziel“, die 15 000 Euro doch noch erreichbar sind.

Die Spendensumme soll direkt Menschen im Katastrophengebiet zugute kommen, Bernhard wird dafür Kontakte zu Amtskollegen im Katastrophengebiet aufnehmen.