Beleidigungen gehören zum Beruf

Zweibrücken. An Frechheiten, Respektlosigkeit, Pöbeleien und teils wüste Beschimpfungen ist die Zweibrücker Politesse Silke Henderson-Klug schon lange gewöhnt. Doch neun Dienstjahre hat es gedauert, bis ihr im Sommer in der Fußgängerzone ein Laster besonderen Ärger gemacht hat: "Ich habe den Fahrer darauf hingewiesen, dass er den Bereich gar nicht befahren darf

 Im absoluten Halteverbot in der Herzog-Wolfgang-Straße werden die Politessen oft fündig. Fotos: pm
Im absoluten Halteverbot in der Herzog-Wolfgang-Straße werden die Politessen oft fündig. Fotos: pm

Zweibrücken. An Frechheiten, Respektlosigkeit, Pöbeleien und teils wüste Beschimpfungen ist die Zweibrücker Politesse Silke Henderson-Klug schon lange gewöhnt. Doch neun Dienstjahre hat es gedauert, bis ihr im Sommer in der Fußgängerzone ein Laster besonderen Ärger gemacht hat: "Ich habe den Fahrer darauf hingewiesen, dass er den Bereich gar nicht befahren darf. Er ist daraufhin eingestiegen und schnell auf mich zugefahren. Ich musste zur Seite springen." Solche Zwischenfälle häuften sich in den vergangenen Monaten und Jahren, bestätigt auch Henderson-Klugs Kollegen Ursula Fausel, die schon seit 19 Jahren im Dienst ist. Meistens werde es gefährlich, wenn sie alleine unterwegs sei. Ihr selbst habe ein verärgerter Autofahrer auch schonmal versucht über die Füße zu fahren, andere hätten ihr Gegenstände nachgeworfen.Die beiden Politessen, bald sollen es immerhin drei sein, kontrollieren vier Stunden am Tag in der Stadt und allen Vororten. Dass da viele Parkdelikte nicht geahndet werden können, ist nur logisch. In der Rosenstadt stehen Tür und Tor für Falschparker offen. Und für solche, die Zufahrten und Polizei-Notwege zuparken. "Die Rosengartenstraße vor der Post ist ein Beispiel dafür, wo die Leute immer falsch parken. Auch die Himmelsbergstraße oder die Herzog-Wolfgang-Straße muss man hier aufführen", sagt Fausel. Wenn die Schule beendet sei, parkten Eltern völlig wild. "Raubritter" schimpften die Leute, und das seien harmlose Formulierungen. Wenn es derber kommt, erstatten beide inzwischen Strafanzeige. Doch die meisten Sorgen macht den Politessen dass die Autofahrer und Bürger es immer öfter nicht bei Beschimpfungen belassen, sondern gewalttätig würden. "Wir müssen zu zweit unterwegs sein", sagt Fausel. Was natürlich dafür sorgt, dass nicht mehr so viele Zonen abgelaufen und kontrolliert werden können. ek