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Bechhofer Mordprozess: Bekannten erdrosselt: zwölfeinhalb Jahre Gefängnis

Bechhofer Mordprozess : Bekannten erdrosselt: zwölfeinhalb Jahre Gefängnis

Weil Zweifel an seiner Steuerungsfähigkeit bestehen, konnte gegen den 23-Jährigen Bechhofer keine lebenslängliche Freiheitsstrafe verhängt werden.

Für die Richter des Saarbrücker Schwurgerichts besteht kein Zweifel: Der 23-jährige Bechhofer hat am 14. August 2016 seinen Bekannten in einem Auto an der Kehrberghütte bei Homburg-Sanddorf brutal mit einem Seil erdrosselt. Deshalb muss er jetzt auch wegen Mordes zwölfeinhalb Jahre hinter Gittern verbringen. Von der vom Oberstaatsanwalt geforderten lebenslangen Freiheitsstrafe sei unter anderem abgesehen worden, weil Zweifel an der Steuerungsfähigkeit des Angeklagten bestünden. So habe dieser vor der Tag mehrere Nächte nicht geschlafen, Alkohol getrunken und Amphetamine genommen. Dies hat laut einer Sachverständigen dazu geführt, dass die Hemmschwelle deutlich herabgesetzt war.

„Angeklagter und Zeuge haben sich der Tat gegenseitig bezichtigt“, erinnerte der Vorsitzende Richter am Montag während seiner Urteilsbegründung. Doch es habe keine Aussage-gegen-Aussage-Situation vorgelegen, sondern der 22-Jährige habe durch sein eigenes Verhalten überführt werden können. So habe er die Tat gleich mehreren Personen authentisch geschildert. Laut Staatsanwaltschaft wollte er vertuschen, dass er seinem Opfer Geld und Drogen gestohlen hatte. Auch den Diebstahl der Drogen hatte er nach Auffassung des Gerichtes gegenüber Dritten angekündigt. Es sei kein Grund ersichtlich, weshalb die Zeugen lügen sollten.

Beide Männer behaupteten, sie hätten jeweils nur dabei geholfen, die Leiche in einem Wald in Frankreich zu vergraben. Dort habe der Angeklagte gemeinsam mit einem anderen Bekannten in der Nacht darauf versucht, die versteckte Leiche zu zerstückeln. Das sei gescheitert, weil er sie auch nach zwei Stunden des Umher-Irrens nicht gefunden habe. Sie wurde erst ein Jahr nach der Tat durch Zeugenhinweise entdeckt und durch eine DNA-Analyse identifiziert.

Die Zwei sollen das spätere Opfer auf einer Party im Saarland kennen gelernt haben und dann in den Wald in der Nähe der Kehrberghütte gefahren sein. Beide standen zur Tatzeit unter Drogen. Derzeit kommt eine Einweisung in eine Entziehungsanstalt jedoch nicht in Frage, da keine Drogen- oder Alkoholabhängigkeit vorliegt, sagte der Vorsitzende Richter.

(nob)