Beim Spielen gedacht und gelacht

Vor allem die klassischen Brett- und Kartenspiele fanden beim zweiten Bundenbacher Spieleabend Anklang. Mehr als 20 Menschen zwischen sieben und über 70 Jahren hatten ihren Spaß.

Im Jugendheim in Großbundenbach ging es dieser Tage hoch her. Würfel klackerten auf den Tischen, Karten wurden gemischt, Spielsteine auf den jeweiligen Brettern gezogen oder abgelegt. Mühle, Dame, Schach, Mensch-ärgere-Dich-nicht, Halma , Rommée, MauMau - vor allem die klassischen Brett- und Kartenspiele fanden bei dem zweiten Bundenbacher Spieleabend ihre Liebhaber. Konzentriert brütete Arif Afsali über seinen Rummykub-Steinen und plante den nächsten Spielzug. Der 26-jährige Afghane hat erst jetzt das Spiel erlernt und ist offenbar ein Naturtalent. "Er zieht uns hier gewaltig ab, so gut spielt er", erzählte Karin Jahnke. Sie kommt aus Rosenkopf und hat ebenso viel Freude an dem jungen Mann, wie Sigrun Tietz aus Bechhofen. An dem Tisch wird viel gedacht und vor allem auch viel gelacht. "Es ist gut für uns: Wir lernen die Sprache besser sprechen und die Kultur kennen", erklärte Arif Afsali, der seit einem Jahr in Großbundenbach lebt, in fließendem Hochdeutsch. Er fühlt sich sichtlich wohl, ebenso wie Sefora Kasan. Die Rumänin betreut als Pflegekraft eine Familie im Ort und freut sich über den geselligen Abend und die persönlichen Kontakte. Das war auch das Ziel von Birgit Schwarz, die den monatlichen Spieleabend über die Kirchengemeinde initiiert hat. Sie hat Freude daran, wieder einmal Halma zu spielen, "so wie früher". Kindheitserinnerungen weckt das Mühlespiel auch in Muhammad Sadit. Den jungen Afghanen aus Zweibrücken hat sein Freund Arif heute zum ersten Mal mitgebracht. Das strategische Mühlespiel kennt er von Zuhause und besiegt gerade Dieter Glahn. Der Ortsvorsteher unterstützt den Spieleabend, begeistert von der regen Kommunikation an den sechs Spiele-Tischen. Mehr als 20 Menschen zwischen sieben und über 70 Jahren haben eindeutig ihren Spaß.

"Gesellschaftsspiel statt Handy", bringt es Glahn auf den Punkt. Nebenan freut sich gerade die siebenjährige Sarina über ihren Sieg im Mau-Mau-Spiel. Gemeinsam mit ihrer zwölfjährigen Schwester Marisa ist sie bei Familie Hasse zu Besuch und findet das Spielen sichtlich klasse. Birgit Schwarz freut sich über den enormen Zulauf. "Wir sind noch mehr, als beim ersten Mal im November. Neben Bundenbachern auch viele aus Nachbarorten", strahlt sie. Am meisten freut sie, dass so viele Migranten gekommen sind - neben den Afghanen und der Rumänin auch junge Syrer. "Es ist einfach ein schöner Abend", bestätigt Arif Afsali. Er freut sich schon auf den nächsten Termin am 13. Januar.

Der Bundenbacher Spieleabend findet an jedem zweiten Freitag im Monat im Jugendheim neben dem Pfarrheim statt. Beginn ist um 19 Uhr. Eingeladen ist jeder, der Lust dazu hat. Lieblingsspiele dürfen gerne mitgebracht werden.

Infos bei Birgit Schwarz, Telefon (0 63 37) 12 23.