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Baugrundstücke in Martinshöhe zu haben

Baugebiet „Rennwiese“ : Das Los hat entschieden

In Martinshöhe wurden Bau-Grundstücke mit einem eher ungewöhnlichen Verfahren verteilt.

Wer ein Ehrenamt richtig ausfüllt, den kann im Alltag so schnell nichts umwerfen. Ortsbürgermeister Hartwig Schneider aus Martinshöhe weiß davon ein Lied zu singen. Jetzt musste er sogar in die Rolle der „Glücksfee“ schlüpfen. Eines besonderen Kostümes bedurfte es dafür nicht. Ehe schon eines „guten Händchen“, wie es sich künftige Häuslebauer von Martinshöhe wünschten, als es darum ging, dass Los zum „Traumgrundstück“ vom Ortsbürgermeister persönlich gezogen zu bekommen. 

Die Ortschaft ist seit geraumer Zeit damit zugange, neues Bauland zu erschließen. Nicht ganz einfach, weil die vielen Vorgaben und Vorschriften nicht allein den eigentlichen Bauherren, sondern bereits der Kommune einen mehr als steinigen Weg vorgeben. Hartwig Schneider: „Da ist ein langer Atem schon notwendig, denn viele Räder müssen ineinander greifen, damit das alles zu bewältigen ist.“ Bauwillige einerseits, Verkäufer von Grund und Boden andererseits. Vermittelnd dazwischen die Gemeinde, welche die eigenen jungen Familien am Ort halten möchte und diesen baureifes Land zum Bauen anbieten will. Gelingt das nicht, ziehen diese weg und sorgen damit für zusätzliche Erschwernis beim Bewältigen des demografischen Wandels, mit dem jede Kommune auf ihre Art zu kämpfen hat.

Als erste Überlegungen zum Erschließen von neuem Bauland im Ortsgemeinderat diskutiert wurden, war das Interesse für einen Bauplatz geradezu riesig. Hartwig Schneider rückblickend: „Wir hatten mal 70 Bewerber für einen Bauplatz ganz am Anfang, doch im Laufe der Zeit haben sich etliche dann doch anders entschieden. Aber jetzt, wo mit den Erschließungsarbeiten bald begonnen wird und wir an die Bauplatzvergabe denken können, musste eine Zuteilungslösung gefunden werden, denn für die 22 Baugrundstücke gab es mehr als 22 Bewerber.“ Die Hälfte davon sind künftige Häuslebauer, die in ihrem Heimatort aufgewachsen sind. Nach einer eigens formulierten Vergabeordnung für Baugrundstücke gelten sie als bevorzugt, können sich den  Bauplatz sozusagen aussuchen. Schneider: „Elf junge, künftige Häuslebauer sind jetzt bei der Bauplatzvergabe zugegen gewesen und verließen als glückliche Anwärter zum Wunschbauplatz den Versammlungsraum!“

Mit Folgen, versteht sich. Denn wer auf den gleichen Bauplatz spekulierte, ging leer aus. Das hatte zur Folge, dass drei weitere Bewerber sich nicht mehr am Zuteilungsverfahren beteiligen und ihr Interesse an einem Bauplatz im neuen Martinshöher Baugebiet „Rennwiese“ aufgegeben haben.

Insgesamt konnten die Zuteilungswünsche von 16 Interessierten erfüllt werden. Jetzt verfügt die Ortsgemeinde noch über sechs Bauplätze in bester Südhanglage, die sie frei vergeben kann. Zufrieden stellten Ortsbürgermeister Hartwig Schneider und Ratsmitglieder fest, dass die Zuteilungswünsche für „Einheimische“ unterm Strich bereits beim ersten Zuteilungsabend alle erfüllt werden konnten. Der Ortsbürgermeister: „Wer sich jetzt schnell bei der Gemeinde meldet, hat noch die „freie Auswahl“ unter den restlichen sechs Bauplätzen !“  

Der Baulandpreis ohne die Erschließungskosten liegt bei 37 Euro pro Quadratmeter und was diese Erschließungskosten angeht, hält sich der Martinshöher Ortsbürgermeister beim Nennen von Beträgen bedeckt. Zu viele Unbekannte stehen noch in dieser Rechnung. „Deshalb gelten die Sätze, wie sie beim Vertragsschluss mit der WVE zwischen den neuen Eigentümern und der WVE ausgehandelt werden“, stellt der Ortsbürgermeister fest. Im Augenblick würden die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Arbeiten getroffen, richtig losgehen soll es damit im September. Dann würden die Bagger für die Trassierungsarbeiten rollen.