Battweiler plant Ruheforst

Das fortwährende Drehen an der Gebührenschraube beim Friedhofs- und Bestattungswesen haben die Battweiler Ratsmitglieder satt. Alles kommt auf den Prüfstand – und neue Überlegungen dazu.

"Das können wir unseren Bürgern nicht zumuten!" Das permanente Drehen an der Gebührenschraube beim Friedhofs- und Bestattungswesen haben die Battweiler Gemeinderatsmitglieder satt. Ortsbeigeordneter Herbert Veit, der diesmal mit der Sitzungsleitung betraut war: "Wir kommen beim Gebührenhaushalt des Bestattungswesens nie auf einen grünen Zweig. Das können wir unseren Bürgern in der Form nicht zumuten. Wir sollten auch neue Wege bei der Bestattungsart gehen."

In der Vergangenheit sind die Friedhofs- und Bestattungsgebühren von Battweiler schon erheblich "geklettert". Dennoch, im Schnitt sollte auch jetzt wieder die Gebühren um 35 Prozent angehoben werden. Die Verbandsgemeindeverwaltung hatte dazu Vorschläge unterbreitet. 750 Euro sollte beispielsweise das Rasengrab gebührenmäßig in die Höhe schnellen. Von satten 2500 Euro auf nunmehr 3250 Euro.

Doch da machten die Battweiler Ratsmitglieder nicht mit. Das Problem soll jetzt gleich auf mehreren Wegen angegangen werden. Zum einen neigen die verantwortlichen Kommunalpolitiker auch in Battweiler dazu, die Bestattung in einer Art Ruheforst zu ermöglichen. Herbert Veit: "Was in anderen Gemeinden erst geschaffen werden muss, ist bei uns bereits vorhanden. Im Merkur-Gespräch verweist Veit auf die Orte Althornbach und Kleinsteinhausen und stellt fest: "In Althornbach wurden jetzt zusätzliche Bäume gepflanzt, um eine solche Bestattungsform zu ermöglichen, in Kleinsteinhausen wurde ein nahegelegenes Waldgrundstück in den Friedhofsbereich mit einbezogen, um zum Ziel zu kommen. Wir haben bei unserem Friedhof schon jetzt die besten Möglichkeiten, ohne besonderen Aufwand eine Art Ruheforst zu schaffen." In der Ratssitzung waren die Mitglieder gleicher Einschätzung. Der vordere Friedhofsbereich, gegenüber dem Ehrenmal, kann als "Ruheforst" ohne größeren Aufwand genutzt werden.

Daneben wollen die Verantwortlichen nochmals Einblick in die Eröffnungsbilanz der Gemeinde zur Einführung der Doppik nehmen. Ein Faktor, der nämlich zu den nicht gerade geringfügigen Gebührenanhebungen mitverantwortlich ist, sind die Abschreibungswerte für die Einrichtung "Friedhof". Hier hat sich einmal mehr das Ratsmitglied Bernd Mittelhausen Gedanken gemacht (er hatte sich erfolgreich für die Personalkostenerstattung beim Kindergarten eingesetzt, wodurch die Ortsgemeinde vom Landkreis erhebliches Geld zurückbekam) und frank und frei klargestellt, dass diese Werte unter Umständen nicht stimmig sind und einer Korrektur bedürfen. Beigeordneter Veit: "Wir mussten feststellen, dass beispielsweise das Ehrenmal auf unserem Friedhof ein Kostenfaktor ist und das kann so nicht sein." Jetzt soll insgesamt die Bilanz nochmals geprüft werden, gleich ob dieser bei der Ersterstellung zugestimmt oder nicht.