Ortsgemeinderat Reifenberg Café geschlossen, neuer Anlauf möglich

Reifenberg · Der Reifenberger Rat musste sich neben der Nahversorgung mit jugendlichen Partylöwen am Kapellchen befassen.

 Rechts der verschlossenen Container, links das noch nicht für gewerbliche Zwecke umgebaute Haus des „Postmariechens“.

Rechts der verschlossenen Container, links das noch nicht für gewerbliche Zwecke umgebaute Haus des „Postmariechens“.

Foto: Norbert Schwarz

Die Bäckerei Michael Grunder aus Rieschweiler-Mühlbach gibt ihre Zweigstelle auf dem Dorfplatz auf. In der Ortsmitte, gegenüber dem bekannten Haus des „Post Mariechens“, sind Fenster und Türen des blaugrauen Containers, welcher als Zwischenlösung für das „Dorfcafé“ aufgestellt und installiert wurde verschlossen. Auf einem Din-A4-Blatt großen Hinweis ist zu lesen, dass aus wirtschaftlichen Gründen die Bäckereifiliale geschlossen wird. In der jüngsten Ratssitzung (wir berichteten bereits), nahm Ortsbürgermeister Pirmin Zimmer die Schließung zum Anlass, über die Idee „Dorfcafé und Bäckerladen“ zu berichten.

„Die Planungen für ein „Dorfcafé und Bäckerladen“ sind noch nicht gestorben. „Der neue Eigentümer des Hauses unseres Postmariechens will in diesem Gebäude weiterhin einen Bäckereiladen mit Dorfcafé unterbringen“, berichtete Zimmer. Der bisherige Betreiber des Stehcafés „Kleine Pause“ Michael Grund aus dem Nachbarort Rieschweiler-Mühlbach hat derweil seinen Außenposten mit dem Backwarenangebot aufgegeben. „Liebe Kunden, leider müssen wir aus wirtschaftlichen Gründen unsere Filiale in Reifenberg dauerhaft schließen. Wir bedanken uns bei Ihnen für die tolle Unterst

ützung. Bäckerei Grund und Team“. Mit dem Verpächter des als Zwischenlösung aufgestellten Containers, welcher auch die Immobilien des „Postmariechens“ am Dorfplatz von Reifenberg, mitten im Herzen des Ortes erworben hat, habe die Bäckerei Grunder noch keinen Kontakt aufgenommen. Michael Grunder befinde sich derzeit in Urlaub. Der Ladencontainer steht auf Gemeindeeigentum, dem Dorfplatz. Der Rat hatte dem Aufstellen lediglich für eine Übergangszeit zugestimmt. Nach einem Gespräch mit dem Containervermieter konnte Pirmin Zimmer den Rat darüber informieren, dass, sollte kein weiterer Betreiber des augenblicklichen „Stehcafés“ gefunden werden, der Container veräußert wird. Der Gedanke, im dorfbekannten Haus des „Postmariechens“ allerdings Dorfcafé und Bäckerladen unterzubringen, werde vom neuen Hauseigentümer weiter festgehalten.

Nächtliche Gelage von Jugendlichen und Heranwachsenden beim Wahrzeichen des Ortes, dem Kapellchen“ machten es notwendig, dass Ortsbürgermeister Pirmin Zimmer von seinem Recht als Grundstückseigentümer Gebrauch machte und die Feiernden erst recht in der Coronazeit des Platzes verwies. „In einer Feuerschale hatten sie zur Nachtzeit offenes Feuer angelegt. In unmittelbarer Nachbarschaft eines erntereifen Getreidefeldes.“ Aktuell seien zwei Platzverweise ausgesprochen worden, nachdem die Jugendlichen der Ordnungsbitte des Bürgermeisters nicht nachgekommen seien. Diese hätten sich zwar anschließend zum Hochbehälter begeben, was allerdings aber auch nicht gebilligt worden sei. Neben viel liegen gelassenem Unrat Unrat sei dort wohl auch die Umzäunung beschädigt worden. Weil die Betroffenen den Weisungen des Ortsbürgermeisters nicht folgten, rief dieser gar die Polizei zur Hilfe. Pirmin Zimmer im Rat: „Meine Geduld ist zu Ende, die Bürger beschweren sich zu Recht über die Ruhestörungen. Müll und sonstiger Unrat bleibt liegen, ganz zu schweigen von dem, was mit dem offenen Feuer alles passieren kann, wenn Alkohol im Spiel ist.“ Ortsbürgermeister Pirmin Zimmer wünscht, das das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben und die Polizei verstärkt die Situation beim Kapellchen kontrollieren.

Auf dem Friedhof des Ortes gingen Blumenräuber um. Mit einem im Amtsblatt der Verbandsgemeinde veröffentlichen Appell hatte Pirmin Zimmer an die Vernunft der Grabschänder appelliert. Wie sich inzwischen herausstellte, sind das allerdings vierbeinige Übeltäter. Wie Pirmin Zimmer in der Ratssitzung mitteilte, gibt es auf dem Friedhof eine Wühlmausplage. Die Gemeinde hat inzwischen Vorkehrungen getroffen um der Plage Herr zu werden. Das Auslegen der Köder kann sie allerdings nicht generell vornehmen. Der Ortsbürgermeister bittet deshalb die Geschädigten Grabstellenbesitzer, bei der Gemeinde vorzusprechen. Die Köder zur Wühlmausbekämpfung werden kostenfrei abgegeben.