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Corona im Landkreis: „Ausgangssperre“ Light

Corona im Landkreis : „Ausgangssperre“ Light

Zehn weitere Infizierte – Erstmals sind zwei Personen aus Zweibrücken betroffen.

Zehn neue positiv getestete Corona-Fälle innerhalb eines Tages. Dies ist die Bilanz im Bereich des Gesundheitsamtes, bei dem die Städte Pirmasens und Zweibrücken sowie der Landkreis angesiedelt sind. Erstmals gibt es auch zwei Infizierte in der Stadt Zweibrücken. Für die Bürger im Landkreis gibt es neben der vom Land erlassenen Rechtsverordnung eine weitere Einschränkung.

Seit Mitternacht gilt in Rheinland-Pfalz, dass alle Gaststätten und gaststättenähnliche Betriebe geschlossen sind. Hier ist nur noch ein Straßenverkehr, sprich Liefer- oder Abholservice möglich. Komplett geschlossen sind zudem Eisdielen und Eiscafés.

Einen Schritt weiter geht der Landkreis gemeinsam mit den beiden Landkreisen Südliche Weinstraße und Germersheim, da diese an das Risikogebiet „Grand Est“,  angrenzen. „Gemeinsam haben wir beschlossen, dass es ab sofort ein Betretungsverbot für alle öffentliche Orte gibt“, erklärte Landrätin Susanne Ganster. Zu diesen Orten zählen laut Allgemeinverfügung insbesondere Straßen, Wege, Gehwege, Plätze, öffentliche Grünflächen und Parkanlagen sowie der Wald. Die Kreisverwaltung weist dennoch daraufhin, dass Spaziergänge, Gassi gehen oder eine Joggingrunde allein erlaubt ist. „Dies ist auch möglich mit Menschen, mit denen im Haushalt zusammengelebt wird“, sagte Ganster. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis 3. April.

Schließen werden auch Tagesförderstätten und ambulante Pflegestationen für Demenz-Kranke im Landkreis, informierte Ganster. Neben Ferienwohnungen dürfen auch Campingplätze für touristische Nutzung nicht öffnen, ausgenommen seien Dauercamper, berichtete Kreissprecher Thorsten Höh.

Zur aktuellen Lage im Landkreis sagte Ganster, dass es nun insgesamt 14 positiv getestete Personen gebe.  In der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land erhöhte sich die Anzahl von bisher zwei auf fünf Personen. Zu den bereits zwei Infizierten in der Ortsgemeinde Großsteinhausen kommt eine dritte Person hinzu. Zwei Neuerkrankungen gibt es in Contwig. „Hier ist eine Familie betroffen“, so die Landrätin. Auch bei den vier Fällen in Rieschweiler-Mühlbach in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben ist ein Fall in einer Familie mit zwei Personen dabei. In der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland sind nun zwei Personen betroffen, nachdem eine Person aus Bruchweiler-Bärenbach positiv getestet wurde. In der Stadt Pirmasens  ist weiterhin ein Fall bekannt. „Zwei weitere positiv getestete Fälle haben wir an die Städte Landau und Homburg/Saar weitergegeben, da die Personen dort gemeldet sind“, sagte Ganster. Neben den Infizierten gibt es derzeit 76 Verdachtsfälle beim Gesundheitsamt, die  in Quarantäne sind. „Die Fälle werden immer mehr, auch drei Personen aus dem Kreishaus sind derzeit zu Hause, da sie als Kontaktpersonen ermittelt wurden“, informierte die Landrätin. Um die Kräfte in der Kreisverwaltung zu bündeln, werden die Außenstellen geschlossen. Betroffen davon sind beispielsweise die Jobcenter in Dahn und Zweibrücken, wobei die Schließung in Zweibrücken auch unter dem Gesichtspunkt erfolgte, dass dort eine Ausweichmöglichkeit besteht, falls Räumlichkeiten benötigt werden. Nicht geschlossen ist die Außenstelle des Gesundheitsamtes in Zweibrücken, wo aber nur eine Minimalbesetzung anwesend ist.