Aus Ärger werden Themen

Am Donnerstag, 10. September, liest Hajo Heider im Rahmen der nächsten Autorenlesung im Merkur-Pressezentrum aus seinem Roman „Schweres Wasser“. Im Interview mit Merkur -Mitarbeiterin Nadine Lang erzählt er, wie er zum Schreiben gekommen ist, warum seine Heldin eine Frau ist und warum ihm kritische Themen so wichtig sind.

In Ihrem Roman "Schweres Wasser " geht es um Technologieschmuggel und ein Nuklearverbrechen, gegen die der Kriminalkommissar Bramert gemeinsam mit Sylvia Schliemann angeht. Und auch ansonsten lassen Sie gerne kritische Themen mit einfließen, warum?

Hajo Heider: Weil ich mich über manche Themen ärgere. Wenn ich sie einbaue, schaffe ich einen Konflikt, womit ich wiederum Spannung erzeuge. Der Leser kann sich mitreißen lassen, und natürlich, weil mir die zeitkritischen Themen am Herzen liegen.

Seit Sie in Rente sind, haben Sie einiges zu Papier gebracht, wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Heider: Schreiben, das war irgendwie ein uralter Wunsch von mir. Als Kind war der Wunsch schon da, aber ich konnte eine lange Zeit nicht mal eine Postkarte nach Hause schicken. Der Knoten ist dann irgendwann in der Schulzeit geplatzt, als mir meine Mutter zeigte, wie man Aufsätze schreibt. Das war der Startschuss. Später wollte ich einen Roman schreiben, doch ich musste merken, dass es nicht einfach so geht, sondern Handwerk erfordert. Da habe ich mich schlaugemacht, Bücher über das Schreiben gelesen und an Kurzgeschichten getraut. Die Erste war eine Gruselgeschichte. Früher war es der Wunsch, ein Traum. Heute kann ich es nüchterner betrachten. Und wenn ich meine etwas zu sagen zu haben, mit dem ich Leute unterhalten kann, kann ich etwas zu Papier bringen, das lesenswert ist.

Der Titel verrät es schon, und auch der Fortsetzungsroman "Wüstenwasser", der bislang als E-Book erschienen ist, hat mit Wasser zu tun. Was hat es mit dem Element auf sich?

Heider: Die Heldin Sylvia Schliemann ist Ingenieurin für Pumpen und Pumpanlagen, darauf baut es auf. Das ist das Gebiet, aus dem ich selbst komme. Ich habe Maschinenbau studiert und lange als Verkaufsingenieur für Pumpen und Pumpanlagen gearbeitet. In "Schweres Wasser " dreht sich alles um ein Nuklearvergehen und Industriespionage, damit hatte ich persönlich natürlich nichts zu tun, die Geschichten drum herum sind frei erfunden.

Mit ihrer Figur Sylvia Schliemann haben Sie neben dem Kriminaloberkommissar Bramert eine weibliche Heldin geschaffen, wieso?

Heider: Die Wenigsten haben in solch einem Genre eine Frau als Heldin. Sie ist keine Ermittlerin, aber durch ihre Art kommt sie an Informationen, an die andere nie kommen würden. Sie ist mir selbst einfach sympathisch, was ich bei einem Mann so nie erreicht hätte.

Neben "Schweres Wasser " haben sie auch andere Bücher und viele Kurzgeschichten geschrieben, wie viel oder wie oft schreiben Sie?

Heider: Ich schreibe jeden Tag, was soll ein Schreiber anderes machen, als zu schreiben? (lacht). Ich bin also voll beschäftigt. Aber es macht Spaß, in eine Welt einzutauchen, mit Personen, die man sich selbst geschaffen hat.

Sie lesen am 10. September im Pressezentrum aus ihrem Roman "Schweres Wasser ", was erwartet die Zuhörer?

Heider: Ich werde ein spannendes Kapitel auswählen, das einen eigenen Abschluss hat. Dabei bringe ich zwei unterschiedliche Persönlichkeiten und Ziele in eine Konfliktsituation. Beide Handelnden sind auf ihre Art kriminell, obwohl sie sympathisch sind. Zusätzlich werde ich einen kurzen Einblick in mein neuestes Werk "Die Stadt unter dem Schatten" geben.

Zum Thema:

Hintergrund Am 10. September liest Hajo Heider im Pressezentrum des Pfälzischen Merkur in der Hauptstraße 66 in Zweibrücken aus seinem Roman "Schweres Wasser ". Der Eintritt ist frei. Eine Voranmeldung ist wegen einer begrenzten Anzahl an Sitzplätzen notwendig. Telefon (0 63 32) 80 00-12. Das Buch ist schon jetzt im Pressezentrum erhältlich. red