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Kerwe in Riedelberg: Augen und Ohren offen gehalten

Kerwe in Riedelberg : Augen und Ohren offen gehalten

(cos) Sie haben es einfach drauf, die Straußmädels und Straußbuben in Riedelberg, wo die Kerwetage seit eh und je hoch im Kurs stehen und zünftig die Kerwe gefeiert wird. . Für 25 Straußmädels und Straußbuben war dieses Wochenende deshalb „Ausnahmezustand“ angesagt, wurde im großen Saal des Dorfgemeinschaftshauses ausgiebig  von Freitag an die Kerb gefeiert.

„Ihr liewe Leid unn Kerwegäschd - scheen dass ner werre komm sinn zu unserm Kerwefeschd“, reimten aus hoher Warte Martin Metz und Julian Winkler zur Kerweredezeit. In der kleinen Ortschaft auf der Hackmesserseite ist die übrigens nicht wie sonst in vielen Orten üblich am frühen Kerwesonntagnachmittag sondern in den frühen Abendstunden. Gegen 17 Uhr versammelten sich die vielen Dorfbewohner beim Dorfgemeinschaftshaus und wollten hautnah miterleben, welches Brimborium auch diesmal die große Schar an Straußmädels und Straußbuben vollführten, die in Riedelberg zur Kerwe einfach dazugehören. Mehr als 150 Zuhörer werden es gewesen sein, welche die Schulstraße zwischen der neuen Tischtennisbleibe auf der einen Seite und dem Dorfgemeinschaftshaus gegenüber, blockierten und für die Dauer der Kerwerede unpassierbar machten. 

Augen und Ohren hatten alle das Jahr über offengehalten und unzählige Geschichten und Begebenheiten für die Kerwerede fein säuberlich aufnotiert. Auf Mundart, aber in Versen gereimt, wurde so manches Missgeschick noch einmal aufgetischt oder gar erst ans Tageslicht befördert. Herzerfrischend und urkomisch. Etwa das Missgeschick, welches Mario widerfuhr, als dieser für seine hungrigen Mädels daheim mit dem Auto einen Unfall baute oder der oberste Dorffischer Gilbert B. beim traditionellen Fischerfest im Riedelberger Tal sein „Dienstfahrzeug“ rückwärts in den Graben setzte und ohne Fremdhilfe nicht mehr aus dem Schlamassel kam. Weile beide schon mehrfach mit ihren Taten willkommene Geschichtenlieferanten für die Kerwerede gewesen sind war die Feststellung der Redner treffend, dass der Gilbert und Mario förmlich darum betteln würden, nächstes Jahr erneut in die Kerwerede zu kommen.