Auf Rückenwind folgt Gegenwind

Philosophische Töne schlug Verbandsgemeindebürgermeister Jürgen Gundacker gestern Abend beim Neujahrsempfang an. Er lobte Fortschritte bei Verkehrsprojekten und haderte mit den Medien, die über einen anonymen Brief berichtet hatten, der Anschuldigungen gegen Gundacker enthielt.

Mit dem Satz von Aristoteles , "wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen", begrüßte Bürgermeister Jürgen Gundacker gestern Abend die rund 500 Gäste des Neujahrsempfangs der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land in der Sporthalle der Hieronymus-Bock-Schule in Hornbach . Dabei hatte die Region zum Teil Rückenwind, aber auch massiven Gegenwind, wie aus der Ansprache des Bürgermeisters zu vernehmen war.

Doch ob Rücken- oder Gegenwind, in puncto Herausforderungen ist es "an uns, sie mit unserer Erfahrung, mit Inspiration, Kreativität, Mut, Kraft, Entschlossenheit und Flexibilität tagtäglich zu meistern", betonte Gundacker. Zu den Rückschlägen zählte der Bürgermeister die Schließung des Evangelischen Krankenhauses sowie die Nachricht von Terex, bis zu 500 Arbeitsplätze abzubauen. Deshalb habe der Verbandsgemeinderat die Geschäftsleitung aufgefordert, mit dem Betriebsrat "intensive Verhandlungen auf Augenhöhe" aufzunehmen. "Auch persönlich musste ich einiges hinnehmen", sagte Gundacker. Durch die "mediale Berichterstattung auf der Grundlage eines anonymen Briefes mit harscher Kritik" sei er über Wochen belastet worden. Das habe ihn und seine Familie "menschlich hart getroffen und tief verletzt". Als Behördenleiter stelle er sich wie die Abteilungsleiter den Vorwürfen. Er nehme Kritik ernst. Allerdings sollten sie intern "im ehrlichen Dialog" erfolgen und nicht über die Presse.

Gundacker erwähnte in seiner Rede auch erfreuliche Nachrichten aus der Region. So sei das örtliche Gewerbesteueraufkommen in den Kommunen um rund 250 000 Euro gesteigert worden, trotz des Gewerbesteuereinbruchs beim Flughafen-Zweckverband von 570 000 Euro . Das zeige die Leistungsfähigkeit der Handwerksbetriebe und kleinen und mittelständischen Unternehmen. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 230 Euro liege Zweibrücken-Land deutlich unter der durchschnittlichen Verschuldung der Verbandsgemeinden im Land von 1230 Euro . Erfreut zeigte sich Gundacker über die Fortschritte bei der S-Bahn-Verlängerung nach Zweibrücken und beim vierspurigen Ausbau der B 10. Der Bürgermeister sprach auch die Maßnahmen der Verbandsgemeinde an. Wie die Sanierung der Sporthalle der Hornbacher Grundschule. 850 000 Euro hat die VG investiert, 50 000 Euro unter dem Planansatz.

In diesem Jahr steht die Herstellung der Barrierefreiheit sowie Sanierung der Toiletten der Grundschule Contwig-Stambach für rund 400 000 Euro an. Dazu wird die Schulturnhalle Bechhofen für rund 1,1 Millionen Euro saniert. Erfreut stellte der Bürgermeister fest, dass sich die Prognosezahlen der einzuschulenden Kinder auf einem sehr guten Niveau bewegten "und dabei aktuell kein Grundschulstandort in unserer VG gefährdet ist". Die Feuerwehren in Hornbach , Dellfeld, Käshofen und Contwig hätten im vergangenen Jahr neue Fahrzeuge bekommen. In diesem Jahr erhalte die Bechhofer Wehr ein neues Fahrzeug. Dazu sei in die Feuerwehrhäuser wie Wiesbach und Rosenkopf investiert worden. In Sachen Fremdenverkehr verzeichnete der neue Wasserspielplatz Con Aqua im Contwiger Freizeitgelände im ersten Jahr rund 8000 Besucher. In diesem Jahr werden die Premiumwanderwege in Bechhofen, Battweiler und Hornbach fertiggestellt. Dabei dankte Gundacker den Wegepaten. In den Dank für die Schwarzen Husaren aus Kleinsteinhausen, die den Empfang musikalisch umrahmten, schloss Gundacker alle Bürger ein, die sich in den Vereinen in der Verbandsgemeinde engagieren.