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Auf kreative Art den Nachbarn kennenlernen

Auf kreative Art den Nachbarn kennenlernen

Die gesamte Freizeit steht unter dem Aspekt der Sprachförderung und des Knüpfens zwischenstaatlicher Freundschaften. Also wird alles gemeinsam gemacht. Es wird gemeinsam gespielt, kreativ gewerkelt und gelernt.

"Super, ich habe die größte Blase!", juchzt Apolline. Das Mädchen ist zehn Jahre alt und stammt aus einer Gemeinde nicht weit hinter der Grenze im Lothringischen. Aber nicht etwa Kaugummiblasen wurden da der Größe nach vermessen. Nein, es handelt sich um eine deutsch-französische Jugendbegegnung an einem glühend heißen Hochofen in Meisenthal bei Bitsch. Rund 1200 Grad heißes Glas, bei dieser Hitze formbar wie eben Kaugummi oder Knet, platzieren die Kinder auf lange Metallrohre. Wenn sie nun von der anderen Seite durchpusten, entsteht eine entsprechende Blase.

Kreisjugendpfleger Wolfgang Giessen vom Landkreis Südwestpfalz, der das Projekt zusammen mit Lucie Loesel von Culture et Liberté Moselle und Artopie, hauptverantwortlich von französischer Seite, geplant hat, sehen neben dem eigentlichen Werken am Ofen den Sinn der Freizeit in der Vermittlung der Werte der Region, Kultur, Mentalität und Einzigartigkeit. Die auch so knapp hinter der Grenze bereits mit deutlichen Unterschieden zu spüren sind.

Die gesamte Freizeit steht unter dem Aspekt der Sprachförderung und des Knüpfens zwischenstaatlicher Freundschaften. Also wird alles gemeinsam gemacht: Übernachtet wird in zweisprachig belegten Zimmern. Federball, Fußball und weitere Spiele - egal was passiert, stets achtet das deutsch-französische Betreuerteam darauf, dass die Kinder beider Länder zusammen aktiv werden und nicht getrennt.

Hauptziel der Freizeit ist, spielerisch, unverkrampft und praxisnah erste Kontakte mit der jeweils anderen Sprache zu knüpfen. Die Jugendlichen nahmen die Sprachhürden eher als Herausforderung denn als Bremse. Besonders im Alltagsleben. In einem rustikalen Haus untergebracht, versorgten sie sich unter Anleitung der Betreuer selbst.

Da jeder von zu Hause Kochrezepte mitgebracht hatte, zeigten die jungen Deutschen ihren französischen Altersgenossen gerne einmal, wie lecker die Pfälzer Küche schmeckt. Und umgekehrt zeigten die jungen Franzosen, was ihre Küche zu bieten hat.