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Annonce „Er sucht sie“ schlägt hohe Wellen

Annonce „Er sucht sie“ schlägt hohe Wellen

Seit 16 Jahren ist die Bottenbacher Landbühne mit ihrem Ensemble regelmäßig im Dellfelder Bürgerhaus zu Gast. In diesem Jahr mit dem Lustspiel in drei Akten: „Er sucht Sie“. Es geht ums Heiraten.

Theaterabende mit der Bottenbacher Landbühne im Bürgerhaus in Dellfeld bedeuten Spaß, Heiterkeit und Klamauk. So ist es auch an diesem Wochenende wieder gewesen, als das zehnköpfige Ensemble um Hermann Feix, dem wohl dienstältesten Mimen in der "Schieberle-Truppe" von der Landbühne, den mehr als 130 Theaterabendbesuchern leichte Komödienkunst servierte. In einem Stück, das wie seit vielen Jahren aus der Feder von Lothar Schieberle geflossen ist.

"Er sucht Sie", drei Worte nur, doch was sich hinter dieser Kleinanzeige verbirgt, welche Wellen die schlichte Annonce schlägt, das versetzt die Zuschauer mehr als einmal in wahre Begeisterungsstürme. Das Stück wirkt eingehend, überzeugend, wie aus dem Alltag gegriffen. Tiefgang bei der Handlung wird wahrlich nicht erwartet, vielmehr wollen sich alle Besucher am munteren Tohuwabohu erfreuen und dieses sehr eingehend und intensiv gespielte "Durcheinander" zieht sich zur Erheiterung aller gleich einem roten Faden durch die Handlung.

Ein älterer Vater mit einem nicht mehr ganz jungen Sohn will diesen unbedingt unter die Haube bringen. Also wird bei einem entsprechenden Anzeigeblatt eine Annonce geschaltet: "Er sucht Sie". Gleich drei Bewerberinnen kommen der Vorstellungseinladung nach und quartieren sich bei Oskar und Fred Röhrig samt deren Haushälterin Amalia Zipfel ein. Die Turbulenzen sind somit vorprogrammiert, zumal die Freunde von Fred, nämlich Robert Kaufmann, Berthel Brohl und Artur Dichter, urplötzlich gleichfalls ihr Singleleben satthaben und sich durchaus ein Einlaufen im Hafen der Ehe vorstellen können.

Hermann Feix weiß den bärbeißigen Oskar Röhrig glänzend zu mimen. Sohn Fred wird vom erfahrenen Hans Baumeister überzeugend und mit viel Ausdruckskraft ins Bild gerückt. Volker Teuscher kommt einmal mehr groß heraus. Diesmal als Artur Dichter, der sich wahrlich als unendlich reimender Dichter erweist und damit seinem Namen alle Ehre macht. Die Verse fließen regelrecht aus seinem Munde, Gestik und Mimik verstärken das alles und bereiten damit allen Zuschauern echten Sehgenuss, was auch ein ums andere Mal zu Szenenapplaus führt. Mit der Rolle des Bertel Brohl weiß sich Florian Noll auf Anhieb zu identifizieren. Gleiches gilt für den ehefrausuchenden Robert Kaufmann. In der Rolle als Haushälterin "Amalia Zipfel" gefällt Marion Noll und die Heiratswilligen Tabea Senkrecht (Germania Schlachter), Ursula Knickig (Nicole Willkomm) und Melissa Liebig (Ann-Kathrin Wick) geben sich ganz und gar dem Mimenspiel hin.

Lea Senkrecht (Johanna Stegner) würzt als Tochter von Tabea mischt nochmal kräftig auf, dabei möchte sie nur die Mutter wieder nach Hause bekommen, was aber doch nicht geschieht, weil alle, wie zu erwarten, im Hafen der Ehe einlaufen.