Angst vor großen Ernteausfällen

Hochsommerliche Temperaturen im April und Juni haben sich nach Einschätzung hiesiger Bauern ertragsmindernd auf die Ernte bei Raps und Getreide ausgewirkt. Der letzte Regen half nur noch dem angebauten Mais.

Die letzten regenreichen Wochen ließen Raps und anderes Getreide nicht mehr wachsen. Allein für den Mais kam das Nass im richtigen Augenblick. Der Vorsitzende des Kreisverbandes der Bauern- und Winzerschaft Südwestpfalz, Uwe Bißbort aus Pirmasens-Windsberg, rechnet mit erheblichen Ertragseinbußen und erwartet nicht einmal eine durchschnittliche Ernte. Auf keinen Fall könne das Ernteergebnis des Vorjahres erreicht werden, schätzt er.

Die fast hochsommerlichen Temperaturen im April und Juni sind seiner Einschätzung nach die Ursachen für eine wenig berauschende Ernte in der Region Südwestpfalz. Den jüngsten Niederschlägen kann Bißbort nur so viel abgewinnen, dass das Getreide im Mai explosionsartig wuchs. Die Wintergerste erntete er bereits. Noch etwa zehn Prozent seiner Anbaufläche stehen auf dem Halm und sollen jetzt eingebracht werden. Ernteunterschiede gibts allerdings auch hier. "Das hing vielfach von der Bodenbeschaffenheit ab. Schwere Böden hielten länger die Feuchtigkeit, das war für die Wintergerste weniger schädlich. Doch wo keine Wasserspeicher in den Böden waren, musste man mit Eintragsbußen rechnen." Sonne bräuchten die Landwirte jetzt dennoch und das in doppelter Hinsicht. Zum einen für die Abreife der Frucht, zum anderen wegen des Dreschens, das heutzutage mit den Mähdreschern geschieht. Den Ernteprognosen des Berufskollegen kann Wilfried Sewohl aus Battweiler durchaus folgen. Bei den wenigen Hektar Wintergerste registrierte er allerdings einen guten Ernteertrag. In seinem Betrieb kommt jetzt der Raps an die Reihe. Dabei sei gleichfalls mit weniger Ertrag zu rechnen. So hätten die Niederschläge und schweren Gewitterschauer große Flächen auf den Rapsfeldern einfach niedergedrückt. "Was am Boden liegt, schlägt dort schon wieder aus. Das alles mindert Ertrag und Qualität."

Dagegen sei es in diesem Jahr mit den Grünschnitten und dem Heu bestens gelaufen. Sewohl: "Der erste Schnitt kam ins Silo und das Heumachen an Pfingsten war vom Ertrag und der Qualität optimal. Besser hätte es beim Einbringen des Grünfutters in die Silos und die Heuernte kaum laufen können. Das gelte aber nicht für den zweiten Schnitt. Zwar sei auch dabei die Qualität gut gewesen, doch es habe nur noch eine "halbe Portion" gegeben. Jörg Klein aus Winterbach macht die Wetterkapriolen in den Monaten April und Juni gleichfalls dafür verantwortlich, dass nicht mit einer besonders guten Ernte gerechnet werden kann. "Die Feuchtigkeit in den beiden Monaten fehlte, was jetzt vom Himmel kam, ist nur noch für den Mais gut gewesen." Veränderungen bei den Anbauflächen sieht Uwe Bißbort nicht. Allenfalls könnte sich ein verstärkter Maisanbau regional bemerkbar machen. Eben dort, wo es Biogasanlagen gebe, weil der Mais für diese Anlagen gebraucht werde.