Angst vor dem "Klotz am Bein"

Großsteinhausen. Einen Treff für die Jugend und die älteren Mitbürger. Dafür sollte die Einrichtung "Mehrgenerationenhaus" in Großsteinhausen geschaffen werden. Doch mehrheitlich haben die Ratsmitglieder das abgelehnt (wir berichteten). Die Eigenleistungsanteile bei der Investition seien zu hoch, hieß es. Das würde die Helferschar zu sehr belasten

Großsteinhausen. Einen Treff für die Jugend und die älteren Mitbürger. Dafür sollte die Einrichtung "Mehrgenerationenhaus" in Großsteinhausen geschaffen werden. Doch mehrheitlich haben die Ratsmitglieder das abgelehnt (wir berichteten). Die Eigenleistungsanteile bei der Investition seien zu hoch, hieß es. Das würde die Helferschar zu sehr belasten. Zudem sei die Förderung nicht ganz sicher, weil der Bund sich aus der Förderung der Dorferneuerung zurückziehe und derzeit nicht sicher sei, ob auch noch der zweite und dritte Bauabschnitt mit 60 Prozent gefördert werden. Daneben könnte die Gemeindeeinrichtung auf Jahre zu einem "Klotz am Bein" bei den laufenden Unterhaltungskosten werden. Er mache sich Gedanken darüber, was die Unterhaltung im Jahr 2020 kostet, meinte Ratsmitglied Matthias Noll und zeigte sich pessimistisch: "Das kann nicht gut gehen!" Karl Baqué meinte zum Hinweis, dass es genügend Versammlungsräume mit den kirchlichen Einrichtungen und der des Sportvereins gebe, dass ein "eigener Herd" schon Goldes wert sei. Bei den anderen Einrichtungen habe die Gemeinde lediglich Gastrecht, könnte aber nicht bestimmen. Peter Klein, neben Ortsbürgermeister Volker Schmidt der einzige Projektbefürworter am Sitzungsabend, erinnerte daran, wie die Zukunft in einer Landgemeinde aussehe. "Unsere Struktur wird sich bei den älteren Menschen einpendeln. Die bräuchten ein solches Haus, das haben unsere Untersuchungen ergeben. Wenn wir danach urteilen und das müssen wir, dann sieht es in unserem Ort düster aus. Wäre das alles leicht zu verwirklichen, dann würde es jede Gemeinde machen." Der Ortsbürgermeister wagte sogar die Prognose, dass kleinere Gemeinden wie Großsteinhausen zukünftig überhaupt keine Überlebenschance haben, wenn sie sich nicht für die älteren Mitbewohner mehr öffnen und für die gezielt was tun. Die Frage, ob die Gemeinde nicht vielleicht im Neu baugebiet auf eigenem Grund und Boden eine solche Einrichtung schafft, wurde schnell verworfen. Dann nämlich gibt es keine Landesförderung wie für das jetzige Projekt. Aus dem gleichfalls zur Beschlussfassung vorliegenden Etat wurde dieses dann herausgenommen. Im Ergebnishaushalt hat die Gemeinde dieses Jahr eine Lücke von 47 280 Euro. Im nächsten Jahr eine von 51 410. Das wird sich auch durch die Streichung nicht ändern.