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An Landstuhler Straße in Winterbach entstehen drei neue Bauplätze

Landstuhler Straße : Drei neue Bauplätze für Winterbach

Ermöglicht wird das durch den Abriss eines alten, teilweise leerstehenden Hofes.

Vor Jahren hat die Ortsgemeinde Winterbach am Ortsausgang in Richtung Oberauerbach ein größeres Baugebiet erschlossen. Nicht allein junge Familien aus dem Ort konnten dort den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen. Inzwischen gibt es dort keine freien Bauplätze mehr. Ortsbürgermeister Andreas Weizel sucht gemeinsam mit dem Rat nach anderen Lösungen, denn die planerische Vorgabe des Landes – Innenentwicklung statt Ausweisen großflächiger Neubaugebiete – bereitet den Kommunalpolitikern vor Ort Probleme. 

„Bei der Baulanderschließung im großen Stil, so wie das noch vor Jahren möglich gewesen ist, hat uns das Land mit der Planungshoheit den Riegel vorgeschoben. Wir wollen jedoch nicht lamentieren. Nein, wir versuchen aus der gegebenen Situation das Beste zu machen. Das bedarf des Weitblicks, der Ausdauer und manchmal auch glücklicher Umstände. Das alles ist für uns jetzt der Fall, wenn wir in der Landstuhler Straße die Möglichkeit haben, drei neue Bauplätze zu schaffen,“ stellt Andreas Weizel im Nachgang zur jüngsten Ratssitzung fest, wo der Punkt „Aufstellung eines Bebauungsplanes an der Landstuhler Straße mit Veränderungssperre“ einer der bestimmenden Punkte war.

Viele Gespräche, Verhandlungen und besondere Umstände ermöglichen der Ortsgemeinde im Bereich der Gewanne „Geißkopf“ die Baulanderschließung. „Drei Bauplätze sind mehr als nichts. Wir haben ja im Augenblick als Gemeinde nichts an Bauland anzubieten und deshalb sind wir glücklich darüber, überhaupt die Möglichkeit geboten zu bekommen, Bauflächen zu schaffen und zugleich etwas für das Ortsbild zu tun“, stellt Ortsbürgermeister Weizel im Gespräch fest.

Das Gelände ist derzeit bebaut. Für den einst stattlichen Bauernhof gab es keine direkten Nachkömmlinge. Schon längere Zeit ist das Haupthaus unbewohnt. Rechtzeitig führte Ortsbürgermeister Weizel mit den Verantwortlichen Gespräche zum Erwerb des größeren Areals, das natürlich noch baureif gemacht werden muss. Der Abriss der vorhandenen Bausubstanz sei durchkalkuliert worden, die Sache rechne sich für die Ortsgemeinde allemal. „Wir wollen junge Familien am Ort halten, ihnen die Möglichkeit zum Bauen geben. Winterbach verfügt über keine Industrie. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer ist in jedem Haushaltsjahr die Haupteinnahme. Diese Tatsache sagt alles. Unser Ort liegt günstig, wir haben mit dem Kindergarten und der Nähe zu den Städten Zweibrücken und Homburg eine gute Lage, die Autobahnen sind schnell erreichbar.“

Der Beschluss zum Aufstellen eines Bebauungsplanes mit gleichzeitigem Ausspruch einer Veränderungssperre wurde im Rat einstimmig beschlossen. Gleiches gilt für die Umringungssperre zum geplanten Gebiet. Der Bebauungsplan soll im beschleunigten Verfahren Rechtskraft erlangen. Gleiches gilt für die vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes „Hinterm Kauengarten“. Zurückgestellt wurde dagegen die Entscheidung über eine vereinfachte Änderung des Bebauungsplanes „Mühlberg“. In diesem Punkt müssten noch verschiedene Detailfragen geklärt werden, sagte Weizel zur Vertagung des Beratungspunktes. 

Bis Juni sollen die neuen Räume in der Kindertagesstätte „Sonnenkäferstübchen“ nutzbar sein. Die Corona-Pandemie erschwerte das Einhalten des Zeitplanes. Betroffen davon nicht allein Kindergartenpersonal und Kinder, sondern am Bau tätige Firmen. „Das hat unseren Bauzeitenplan durcheinander gebracht“, sagt der Ortsbürgermeister, der allerdings noch keine Anzeichen dafür sieht, dass bis Juni dieses Jahres der Neubau nicht baulich fertig sein kann. Damit die Arbeiten nicht ins Stocken geraten, hatte sich Andreas Weizel beim Rat zuvor schon die Genehmigung eingeholt, an den jeweils billigsten Bieter den Auftrag zu vergeben. In Absprache mit den Ortsbeigeordneten, versteht sich.

Die Ratsmitglieder erfuhren jetzt in der Sitzung, wer jeweils billigster Bieter gewesen ist. Für die WC-Trennwände, das Einbaumöbel, den Brandschutzanstrich bei den Stahlträgern, die Trockenbauarbeiten bei der Decke im Erweiterungsbau oder der neuen Küche die auch zugleich passend eingebaut werden muss. Für einen Gruppenraum im Altbau gab es zudem eine neue Tür und um die Schleifarbeiten an der Decke auszuführen und die Räume nach den Verputzarbeiten trocken zu bekommen, war das Ausleihen von Trockengeräten notwendig. Der Rat stimmte allen Arbeitsvergaben zu. Es sind Aufträge im Wert von rund 120 000 Euro gewesen. Die Sanierungsarbeiten im bestehenden Teil der Kindertagesstätte werden in der zweiten Jahreshälfte ausgeführt. Weitgehend in Eigenleistung, wie in der Ratssitzung entschieden wurde.