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Althornbach entwickelt Konzept gegen Starkregen

Vorsorge gegen Extremwetter : Althornbacher geben Planern Hinweise für Starkregen-Konzept

Der Schutz gegen extreme Wetterlagen hat derzeit Hochkonjunktur. Auch in Althornbach will man vorbereitet sein. Vergangene Woche gab es dazu einen ersten Bürger-Workshop.

Noch lange vor dem Katastrophenereignis im Ahrtal und der Eifel bangten Grundstücks- und Hauseigentümer, Mieter und andere Bürger aus Althornbach bei Hochwasser- und Starkregen im Hornbachtal um Hab und Gut. Naturereignisse wie etwa das Hochwasser von 1993 haben die Bürger von Althornbach hautnah erlebt. Die Zahl derer, die sich jetzt beim ersten Workshop zum Erstellen einen Schutzkonzeptes einbringen wollten, war somit verständlicherweise groß. Für Ortsbürgermeister Bernd Kipp ein gutes Zeichen von gelebter Dorfgemeinschaft. 

Ziel dieses ersten Bürger-Workshops war es vor allem, die Kenntnisse und Erfahrungen der Bürger zu sammeln, erläuterte Diplom-Ingenieur Andreas Durawa aus Kröppen, verantwortlicher Autor des kommenden Konzeptes. Er zeigte Ursachen von Starkregen sowie mögliche Gegenmaßnahmen auf. In einem jetzt schon sehr umfangreich aufgestellten Kartenmaterial schrieb Durawa die bisher gewonnenen Erkenntnisse fest.

Zum Auftakt definierte Andreas Durawa auch, was überhaupt unter Starkregen meteorologisch zu verstehen sei. Nämlich intensive Gewitterregen, die in kurzer Zeit punktuell mit außergewöhnlich großer Regenmenge niedergehen und örtlich begrenzte Sturzfluten verursachen. Zeit für eine Vorwarnung bliebe meist nicht. Im Flutverlauf würden die Wassermassen mit enormer Kraft auf Bauwerke einwirken, die Schlammablagerungen und große Schäden verursachen.

Gleich zum Auftakt bei der Konzepterarbeitung gelte es festzustellen, wo Schäden zu erwarten sind und wie solche für die Zukunft vermeidbar sind, stellte der Konzeptverantwortliche fest.

Der frühere Ortsbürgermeister und spätere Landtagsabgeordnete Willi Schmidt war einer von jenen Bürgern, die sich beim Hochwasser 1993 in Sicherheit gewähnt hatten und deren Keller dann doch meterhoch unter Wasser standen. Der Grund seien die Kellertüren gewesen, erzählte er: Die seien nach innen aufgegangen und hätten somit dem hohen Wasserdruck nicht standhalten können.

Es war nicht der einzige Hinweis, den Durawa mit seinem Kollegen Wilhelm Vatter an diesem Abend erhielt. Im kommenden Schritt gelte es, die Erkenntnisse aus diesem ersten Gespräch mit den Bürgern umzusetzen. Lösungsansätze vor Ort gelte es zu realisieren. Die Risikobereiche, soweit nicht jetzt schon im Kartenmaterial erfasst, sollten dokumentiert und ausgewertet werden Das Ausarbeiten von Maßnahmevorschlägen sei ein nächster Schritt. Auch deren Umsetzung sei dabei ein wichtiger Punkt. Bei einem zweiten Bürgerworkshop werde der Konzeptentwurf vorgestellt und erneut mit den Bürgern diskutiert.