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37 Projekte sollen den Ort voran bringen

37 Projekte sollen den Ort voran bringen

Erster Bürgertreff in Dietrichingen: Einwohner sammeln Vorschläge für die Zukunft ihres Dorfes.

Es gibt viele Bürger, die sich aktiv in die Dorfgemeinschaft einbringen wollen. Das war die wichtigste Erkenntnis, die Dietrichingens Ortsbürgermeisterin Andrea Henner vom ersten Bürgertreff im frisch renovierten kleinen Saal des Dorfgemeinschaftshauses mit nach Hause ins stille Kämmerlein zum Schmieden weiterer Pläne nehmen konnte. Gekommen waren fast 50 Dorfbewohner jeden Alters, Frauen und Männer. Ganz nach Dorfart war im großen Saal für Babys oder kleinere Kinder eine großzügige Spielwiese mit erwachsener Aufsicht eingerichtet, die Eltern konnten sich dafür voll und ganz in die Diskussionen einbringen. Alle taten das mit großem Elan, wie das Schlussfazit von Ortsbürgermeisterin Andrea Henner erahnen lässt: Nicht weniger als 37 Projekte wurden bei der Zusammenkunft formuliert.

Damit nicht genug. Spontan gaben 19 Bürgertreffbesucher sogenannte "Zeitspendenkarten" ausgefüllt zurück mit der Zusicherung: Ich will bei Arbeitseinsätzen behilflich sein, mich bei Festen der Gemeinschaft zu den unterschiedlichsten Arbeiten einteilen lassen oder die gebildeten Aktive-Einsatz-Gruppen (AEG) unterstützen. Andrea Henner hatte in ihrem Grußwort auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht und nochmals detailliert dargestellt, warum es überhaupt gilt, die Bevölkerung des Dorfes, die Dorfgemeinschaft wieder wachzurütteln. Den Freizeitverein, über Jahrzehnte Motor des Dorflebens, gibt es nicht mehr, die Landfrauen "schwächeln", niemand könnte die Auflösungserscheinungen dieses nicht minder engagierten Vereins übersehen, so die Ortsbürgermeisterin. Es sei von allem Anfang an eine Herzenssache gewesen, betonte Andrea Henner nochmals, etwas für die Dorfgemeinschaft zu tun, gemeinsam mit den Bürgern was zu bewegen.

Viel Unterstützung bekam dabei Andrea Henner von ihrem Amtsvorgänger Gerd Zahler, der wohl nicht allein Andrea Henner regelrecht aus dem Herzen sprach als Zahler sagte: "Das Leben ist kein Wunschkonzert. aber Träume dürfen und müssen erlaubt sein. Und ich träume davon, dass sich mehr Bürger für das Gemeinwesen engagieren." Gerd Zahler zeigte Möglichkeiten auf. Warb dafür, dass vielleicht regelmäßige Treffs im Dorfgemeinschaftshaus arrangiert werden und appellierte nochmals an alle, doch den Landfrauenverein "zu retten".

Die Arbeit bestand hauptsächlich darin, dass viele Ideen und Meinungen zusammengetragen wurden. Der mit der Familie Henner befreundete Betriebswirt und IT-Fachmann Joachim Becker aus Wellesweiler fungierte zusammen mit Sohn Matthias als Moderator und Ideensammler und hatte am Schluss die genannten 37 Projekte, deren Bandbreite riesig ist.

Mit der Vergabe von jeweils fünf Punkten konnten die Versammlungsbesucher selbst die Dringlichkeit dieser Projekte bestimmen, etwa das Einrichten einer "Mitfahrbank", um in der Stadt Zweibrücken Geschäfte und Besorgungen zu erledigen, weitere Sitzbänke an den Rundwanderwegen aufzustellen, eine Art Börse einzurichten wo ältere Dorfbewohner vielleicht den Kindern Geschichten für eine bestimmte Dauer erzielen und dafür die entlastete Mutter Besorgungen auch für andere miterledigen kann. Herausfiltern, was kurz- und langfristig zu machen ist, wird jetzt die Aufgabe der Ratsmitglieder sein. An Ideen jedenfalls mangelt es nicht.