20 Jahre Lohbergranch: Zuchtschau in Mauschbach Lohbergranch feiert nach Westernart

Mauschbach · Die traditionelle Zuchtschau anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Lohbergranch“ der Familie Stähly in Mauschbach war ein rundum gelungenes, besonderes Ereignis. Zuchterfolge früher und heute paarten sich mit familiärer Verbundenheit und Feierlaune nach Westernart.

 Die Zuchtbeauftragte Bianca Schneidereith strahlt stolz über ihr Siegerfohlen, daneben  Heidi Clanget mit der ebenfalls gut bewerteten Mama.

Die Zuchtbeauftragte Bianca Schneidereith strahlt stolz über ihr Siegerfohlen, daneben  Heidi Clanget mit der ebenfalls gut bewerteten Mama.

Foto: Cordula von Waldow

Das kleine, braun-weiß gescheckte Hengstfohlen gähnt. Außerdem hat es Hunger. So müde ist es von all den Eindrücken, der fremden Umgebung, den vielen Pferden und Menschen. Außerdem hat es seine Mama, die Zuchtstute „Wimpys Titan Otoe“, heute morgen schon in den Präsentationsring begleiten müssen. Ungeduldig suckelt es an Mamas Zitze, doch dann geht es los: sein eigener Auftritt vor der Zuchtkommission auf dem großen Platz. Gelangweilt schreitet es hinter Mama her. Traben ist zu anstrengend, dann doch lieber wild auskeilen und die Abkürzung galoppieren, um den Anschluss zu finden. Doch seine Züchterin, Bianca Schneidereith aus Oberstaufenbach, zugleich die Zuchtbeauftragte und zweite Vorsitzende der Painthorse Association Regionalgruppe Rheinland-Pfalz-Saar, ist stolz auf ihren kleinen Mann, der mit sechs Wochen das jüngte Fohlen bei der diesjährigen Zuchtschau auf der Lohbergranch in Mauschbach ist. Wenige Minuten später kullern ihr die Tränen aus dem Gesicht, als sie begereift, dass ihr kleiner, feuriger Draufgänger „Twist on Fire“ das Siegerfohlen unter den fünf Bewerbern wurde.

„Es sind alles Prämienfohlen, die mit der 1B-Prämie ausgezeichnet wurden“, hatte die Zuchtrichterin Angelika Hellberg bereits vor der Siegerehrung verkündet, sichtlich zufrieden mit der sehr guten Qualität. Das gilt auch für die morgens mit der Verbandsprämie ausgezeichnete Stute, die Bianca Schneidereith im vergangenen Jahr fünfjährig aus Frankreich importiert hat, weil sie dank ihrer genetischen Abstammung garantiert scheckige Fohlen bekommt. Das ist etwas, worauf die Paint-Züchter großen Wert legen. Und auf die guten Charaktereigenschaften ihrer menschenbezogenen, gelassenen und ausgeglichenen Pferde, den typvollen Körperbau und eine charismatische Ausstrahlung neben guter Leistungsbereitschaft in den Westerndisziplinen.

Genau diese Eigenschaften priesen die Pferdezüchter und Halter, als sie anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Lohbergranch in einem kleinen Schauprogramm ihre dort bereits vielfach als Fohlen vorgestellten und zum Teil dort ausgebildeten Pferde präsentierten. Eine von ihnen ist Joline Becker, deren Stute JB Jack‘s Lady bereits als Siegerfohlen auf der Lohbergranch ausgezeichnet worden war und jetzt mit einer sehr guten Bewertung von 7,79 zudem die Siegerstute wurde. In der Mittagspause zeigte die Reiterin, die ihr Pferd selbst ausgebildet hat, das tiefe Vertrauensverhältnis in einer Freiheitsdressur mit Hinlegen und Hinsetzen oder Reiten ohne Kopfstück.

Bei der hochwertig bestückten Tombola kamen insgesamt 402 Euro für die Ukraine zusammen. Besonders gefreut hat sich auch die Hauptgewinnerin eines Skotti-Grills (dessen Erfinder Christian Battel stammt übrigens aus Hengstbach), mdie gerade noch rechtzeitig per Telefon fünf Lose erworben hatte und abends ihren Preis freudestrahlend entgegennahm. Bei zünftiger Westernmusik aus den Lautsprechern war die Stimmung unter den zahlreichen Westernfreunden und Dorfbesuchern den ganzen Tag über bereits großartig. Doch der Höhepunkt kam mit den Abendstunden, als köstlicher Wildschweinduft über die Anlage wehte. Mit dem beliebten Duo Lotti und Jake und den Linedancer ging dann die Post ab.

Bei Kommen und Gehen feierten zeitweise über 200 Gäste das 20-jährige Bestehen. Unter anderem einen Feuerkorb aus Hufeisen überreichten die dankbaren Einsteller Tatjana und Holger Stähly mit ihren Töchtern Jule und Ida. Die Hofherrin bedankte sich abends in einer schönen Rede und erinnerte in einem 20-minütigen Video an die zwei Jahrzehnte. Das war für viele besonders emotional, weil einige der Beteiligten nicht mehr leben.

Am Folgetag dann fasste eine müde, doch überglückliche Tatjana Stähly zusammen: „Es war ein unvergessliches Wochenende für uns und unsere Gäste. Wir haben von allen Seiten großes Lob bekommen“.

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